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Boldts Kaltstart beim HSV: Trainer, Spieler, Aufstieg

27.05.2019 - Jonas Boldt ist kaum im Amt beim Hamburger SV, da muss er schon liefern. Ein Trainer soll schleunigst her, neue Spieler auch. Der zweite Anlauf des HSV auf die Rückkehr in Fußball-Bundesliga soll endlich klappen.

  • Jonas Boldt, neuer Sportvorstand beim HSV, sitzt bei seiner Vorstellung in der Pressekonferenz. Foto: Axel Heimken/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Jonas Boldt, neuer Sportvorstand beim HSV, sitzt bei seiner Vorstellung in der Pressekonferenz. Foto: Axel Heimken/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Aus dem Stand auf 100: Jonas Boldt muss als neuer Sportvorstand des Hamburger SV einen bemerkenswerten Kaltstart hinlegen. Erstens: Der neue Trainer muss schnellstmöglich her. Zweitens: Neue Spieler müssen ran, die die Mannschaft qualitativ und mental stärken. «Jede Menge Arbeit», befand der smarte Boldt bei seiner Vorstellung am vergangenen Freitag. «Das ist definitiv eine enorme Herausforderung.»

Boldt soll in dieser Woche den Vertrag mit dem Nachfolger des gescheiterten Hannes Wolf perfekt machen. Wenngleich ihm der Zeitdruck missfällt. «Qualität geht vor Zeit», meinte der 37 Jahre alte Manager. Top-Kandidat ist trotz Beckers Demission Dieter Hecking. Vermutlich ist der 54-Jährige nach der Absage von Bruno Labbadia der einzige ernstzunehmende Anwärter, da die von Becker bevorzugten Trainer-Talente allesamt aus dem Raster gefallen sind.

Die Personalrochaden, die der HSV in den vergangenen Tagen vornahm, geben dem umworbenen Hecking aber auch zu denken. «Die Entwicklung hat mich überrascht», sagte der bei Borussia Mönchengladbach scheidende Coach dem «Express», als ihm Verhandlungspartner Becker von einer Minute auf die andere abhanden gekommen war.

Boldt scheint in Hecking jenen Trainertypen zu sehen, der den Aufstiegskampf meistern kann. Denn der Hamburger Traditionsverein will sich keine weitere Strafrunde in der 2. Liga leisten. Die erste Aufgabe des neuen Trainers soll laut Boldt lauten: «Zurück zu den Basics.» Keine Experimente mehr! Als Alter Hase im Trainergeschäft soll der neue Coach für «Ruhe, Stabilität und Kontinuität» sorgen.

Ob Kandidat Hecking und Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann über längere Distanz auf gleicher Wellenlänge funken, ist eine spannende Frage. Hecking geht das schnelle Feuern von Trainern erheblich gegen den Strich. «Es ist das Fatale, dass sich mittlerweile jeder anmaßt, mitreden zu können, Empfehlungen auszusprechen», sagte Hecking im Interview des «kicker». «Früher hat man ein Loch in der Socke gestopft, heute schmeißt man die Socke weg und kauft ein neues Paar. Viele sind nicht mehr bereit, gemeinsam durch eine Krise zu gehen und gestärkt daraus hervorzugehen.»

Hoffmann wird die Mahnung aufmerksam registrieren. Er ist für seinen Personalverschleiß berüchtigt, auch wenn er beteuert, das Gegenteil leisten zu wollen. Seit exakt einem Jahr im Amt als Vorstandschef der Fußball-AG, hat er bereits zwei Trainern den Laufpass gegeben: Christian Titz und Becker. «Ich trage die Gesamtverantwortung», sagte er unlängst.

Mit Beckers Spielerverpflichtungen soll auch Boldt einverstanden sein. Lukas Hinterseer (VfL Bochum), David Kinsombi (Holstein Kiel), Jan Gyamerah (VfL Bochum) und Jeremy Dudziak (FC St. Pauli) stehen fest. Torhüter Daniel Heuer Fernandes (SV Darmstadt) soll kommen, dazu noch Führungsspieler, die dem nervlichen Druck im Aufstiegskampf widerstehen. «Der Kader ist noch nicht final zusammengestellt», betonte Boldt. Er muss sich auch mit Rückkehrern wie Bobby Wood (Hannover 96), Christoph Moritz (Darmstadt 98), Matti Steinmann (Vendsyssel FF) befassen sowie Douglas Santos und Torhüter Julian Pollersbeck versilbern.

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