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Bürgerschaftswahl: SPD und Grüne in Umfragen am stärksten

23.02.2020 - So lange mussten die Hamburger seit 1949 noch nie auf eine Wahl warten: Nach fünf Jahren können sie am Sonntag die Zusammensetzung der Bürgerschaft neu bestimmen. Wird SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher seinen Posten verteidigen?

  • Der Plenarsaal der Hamburgischen Bürgerschaft. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Plenarsaal der Hamburgischen Bürgerschaft. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Rund 1,3 Millionen Hamburger sind am Sonntag zur Wahl einer neuen Bürgerschaft aufgerufen. Die Wahllokale sind von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Es ist die einzige reguläre Landtagswahl in diesem Jahr in Deutschland. Mit Interesse wird das Abschneiden der seit 2015 gemeinsam regierenden Sozialdemokraten und Grünen verfolgt.

Die Zweite Bürgermeisterin und Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Fegebank will das Amt des Ersten Bürgermeisters von Peter Tschentscher übernehmen und dessen SPD zum Juniorpartner machen. Bei den Bezirkswahlen im Mai vergangenen Jahres hatten die Grünen hamburgweit 29,3 Prozent der Stimmen geholt und damit vor der SPD gelegen, die auf 27,0 Prozent kam. In den vergangenen Wochen sahen Meinungsforscher allerdings die SPD beständig in Führung.

Die Bürgerschaftswahl 2015 hatte die SPD mit 45,6 Prozent der Stimmen gewonnen. Die damals von Olaf Scholz geführten Sozialdemokraten gingen eine Koalition mit den Grünen ein, die als Drittplatzierte auf 12,3 Prozent gekommen waren. Die CDU hatte 15,9 Prozent geholt, die Linken 8,5 und die FDP 7,4. Die AfD war mit 6,1 Prozent erstmals in ein westdeutsches Landesparlament eingezogen.

Wahlberechtigt sind mehr als 1,3 Millionen Hamburger ab 16 Jahren. Mehr als 300 000 von ihnen haben Briefwahlunterlagen beantragt und nach Schätzung von Landeswahlleiter Oliver Rudolf zu 90 Prozent auch schon abgestimmt. Um die 121 Sitze im Hamburger Parlament bewerben sich 15 Parteien auf den Landeslisten, zwei mehr als bei der Wahl vor fünf Jahren. Mit der jetzigen Wahl geht erstmals eine fünfjährige Amtszeit der Bürgerschaft zu Ende.

Seit 2011 hat Hamburg ein personalisiertes Verhältniswahlrecht, das heißt, die Wähler haben zweimal fünf Stimmen, die sie beliebig auf die Parteien und Bewerber auf der Landesliste und den Wahlkreislisten verteilen können. Die voraussichtliche Verteilung der Parlamentssitze auf die Parteien will das Landeswahlamt am Sonntag gegen 22.30 Uhr bekannt geben. Bürger können die Auszählung der Stimmen live im Internet ( www.wahlen-hamburg.de) verfolgen oder auch direkt in ihrem Wahllokal beobachten.

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