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CCH-Sanierung wird um 36 Millionen Euro teurer

12.03.2019 - Das CCH in Hamburg ist in die Jahre gekommen und muss grundlegend erneuert werden. Asbestfunde und immer neue Probleme sprengen den Zeit- und Kostenrahmen.

  • Ein Bauarbeiter steht auf der Baustelle am Congress Centrum Hamburg (CCH). Foto: Markus Scholz © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Bauarbeiter steht auf der Baustelle am Congress Centrum Hamburg (CCH). Foto: Markus Scholz © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Die umfangreiche Sanierung des Hamburger Kongresszentrums CCH wird um mehr als 36 Millionen Euro teurer als geplant. Der Senat verabschiedete am Dienstag eine Drucksache an die Bürgerschaft, in der ein Zusatzbudget in Höhe von 18,2 Millionen sowie weitere 18 Millionen Euro für «verzögerungsbedingte Mehrkosten» veranschlagt werden. Noch Ende des Monats soll der Haushaltsausschuss sich damit befassen. Die Zeit drängt: Mit einem Verzug von einem Jahr soll das neue CCH nun im Sommer kommenden Jahres fertig sein.

Ursprünglich waren für die CCH-Revitalisierung 194 Millionen Euro vorgesehen. Die Bewilligung der zusätzlichen Mittel vorausgesetzt, wird man nun am Ende bei rund 230 Millionen rauskommen. Die Opposition in der Bürgerschaft kritisierte die Kostensteigerungen. «Der Senat hat eines der wichtigsten Großprojekte der Stadt nicht im Griff», sagte der CDU-Abgeordnete Thilo Kleibauer. «Das von Scholz und Tschentscher versprochene kostenstabile Bauen ist beim CCH nicht mehr zu erkennen.» Für die Partei «Die Linke» erklärte deren Abgeordneter Norbert Hackbusch: «Schwer vorstellbar, dass diese riesigen Schäden den beteiligten Unternehmen und Gutachtern erst so plötzlich aufgefallen sein sollen. Ich vermute eher, dass die Projektbeteiligten das Ausmaß der tatsächlichen Schäden und damit der Zusatzkosten zurückhalten wollten.»

Gründe für die Kostensteigerung seien der Verzug, der sich vor allem aus einem Baustopp nach einem Asbestfund im August 2017 ergeben habe, und zusätzlich nötig gewordene Baumaßnahmen an Gebäudeteilen, die in den ursprünglichen Projektplanungen nicht enthalten gewesen seien, sagte Projektleiter Hellmut Körner der Deutschen Presse-Agentur. «Der Bauteil West und die Halle H, die erst 2007 fertiggestellt wurden, sollten ursprünglich gar nicht angefasst werden.» Erst im Nachhinein habe man festgestellt, dass die Halterungen der erst 12 Jahre alten Glasfassade am Westteil des Gebäudes korrodiert waren. Für die Instandsetzung werden allein bis zu 2,4 Millionen Euro veranschlagt.

Den mit rund sieben Millionen Euro dicksten Brocken macht in der Kalkulation des Zusatzbudgets die Sanierung der Tiefgarage aus. Hier war der Beton durch Tausalz angegriffen worden. Böden und Stützen mussten bis auf den Stahl abgeschliffen und neuer Beton gegossen werden. Knapp fünf Millionen Euro sind dafür einkalkuliert, weitere zwei Millionen für den Brandschutz.

«Die Maßnahmen müssen jetzt durchgeführt werden, wenn wir das Gebäude im Sommer 2020 eröffnen wollen», sagte Körner. «Deshalb beantragen wir jetzt ein Zusatzbudget in Höhe von 18,2 Millionen Euro.» In den Kalkulationen sei zur Sicherheit eine Kostenvarianz in Höhe von acht Millionen Euro enthalten. «Bei einer Baustelle dieser Größenordnung muss man immer mit dem Unvorhersehbaren rechnen.» Die Preissteigerung im boomenden Baugewerbe tue ein Übriges. «Allein dadurch sind die Kosten um 10 bis 15 Prozent gestiegen und haben einen Gutteil der in der ursprünglichen Planung enthaltenen Kostenvarianz aufgezehrt.»

Weitere 18 Millionen Euro Mehrkosten resultieren aus dem Verzug bei der Fertigstellung. «Wir mussten mit allen Firmen Vertragsergänzungen abschließen, weil wir aus dem Tritt geraten sind», sagte Körner. «Allein der Unterhalt der Baustelle kostet pro Monat einen hohen sechsstelligen Betrag. 50 Firmen, die da gleichzeitig tätig sind, zu koordinieren, ist allein schon eine sehr komplexe Sache.»

Das Ergebnis der Revitalisierung werde sich aber sehen lassen können, wenn das neue CCH spätestens Ende August 2020 wieder seine Tore für bis zu 12 000 Veranstaltungsbesucher öffnet, ist der Projektleiter überzeugt. «Es wird ein tolles Gebäude. Nicht so edel wie die Elphi, aber sehr beeindruckend.»

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