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Corona lässt Arbeitslosigkeit in Hamburg weiter steigen

03.06.2020 - Auch wenn der Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht mehr so stark ist wie im April - die Corona-Pandemie hat weiter deutliche Auswirkungen auf den Hamburger Arbeits- und Stellenmarkt. Die neuesten Zahlen belegen das.

  • Das Logo der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Logo der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise nimmt die Arbeitslosigkeit in Hamburg weiter deutlich zu. Im Mai waren 84 426 Hamburger arbeitslos gemeldet, wie die Agentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Das waren gut 6900 oder 8,9 Prozent mehr als im Vormonat. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen sogar um 19 754 oder 30,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Vergleich zum April um 0,6 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent.

Schon im April hatte der Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Arbeitslosigkeit in Hamburg auf den höchsten Stand seit zehn Jahren getrieben. Die Auswirkungen der Krise spiegelten sich auch in der neuesten Arbeitsmarktstatistik deutlich wider, sagte Arbeitsagenturchef Sönke Fock. «Erwartungsgemäß, aber nicht mit der Intensität des Vormonats.»

Von der Arbeitslosigkeit betroffen seien alle Gruppen des Hamburger Arbeitsmarktes. Ein besonders starker Anstieg von knapp 54 Prozent zum Vorjahresmonat wurde in der Gruppe der unter 25-Jährigen verzeichnet. Auch die Zahl der arbeitslos gemeldeten Ausländer stieg im Vergleich zum Mai 2019 um mehr als 33 Prozent.

Handel, Gastronomie, Hotellerie, Friseure und andere Dienstleister setzten die ersten Lockerungen der Corona-Maßnahmen um, sagte Fock. «Kurzarbeit wird in den Betrieben zurückgefahren, Beschäftigung wird konkreter fühlbar, und der innerstädtische Berufsverkehr nimmt ebenfalls wieder Fahrt auf.» Wann aber wieder die aus den vergangenen Jahren gewohnte hohe Dynamik des Hamburger Arbeits- und Stellenmarktes erreicht werde, sei derzeit noch nicht absehbar.

Im Mai seien weitere 2432 Anzeigen auf Kurzarbeit für über 50 500 Beschäftigte von Hamburger Betrieben eingegangen. Damit summierten sich die seit Beginn der Krise erfolgten Anmeldungen auf knapp 22 000 für insgesamt fast 349 000 Beschäftigte. «Wir wissen aber aus Erfahrung, dass die tatsächlich realisierte und von uns abgerechnete Kurzarbeit geringer ausfallen dürfte, weil zahlreiche Unternehmen Kurzarbeit pauschal für alle Mitarbeiter in vollem Umfang angezeigt haben, um eine maximale Flexibilität des Personaleinsatzes in der aktuell schwierigen Auftragslage zu haben», sagte Fock.

Zugleich sei die Zahl freier Stellen im Mai unter die 10 000er Marke gefallen - auf nur noch 9256 sozialversicherungspflichtige Jobs. «Im Durchschnitt lagen wir im vergangenen Jahr bei einem monatlichen Bestand von knapp 16 000», sagte Fock. Auch dieser Rückgang sei auf die besondere Situation in der Krise zurückzuführen, da Unternehmen, die Kurzarbeit angemeldet haben, grundsätzlich kein zusätzliches Personal einstellen dürften.

Nach Ansicht der Unternehmensverbände federn die ersten Lockerungen die Auswirkungen der Corona-Pandemie zwar etwas ab. «Aber von der Normalität sind wir noch sehr weit entfernt», sagt UVNord-Präsident Uli Wachholtz. «Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeigen, dass die Unternehmen weiterhin im Krisenmodus agieren und ein Ende noch nicht absehbar ist.»

Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV NORD, forderte von Bund und Ländern Instrumente, um befristete Einstellungen zu erleichtern und Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. «Außerdem dürfen sie keine neuen Hürden aufstellen, wenn möglichst schnell wieder das Beschäftigungsniveau der Vorkrisenzeit erreicht werden soll.»

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mahnte beim Hamburger Senat gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit und zur Sicherung von Ausbildungsplätzen an. «Die aktuellen Zahlen sind für alle Beschäftigtengruppen besorgniserregend, doch bezogen auf Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildung sind sie besonders alarmierend», sagte Landesbezirksleiter Berthold Bose. Neben dem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit unter den unter 25-Jährigen sei auch die Zahl der Ausbildungsstellen im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als zwölf Prozent gesunken.

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