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Deichkind lässt Klimademo tanzen: Zehntausende Demonstranten

29.11.2019 - Von den 100 000 Teilnehmern vor sechs Wochen sind sie weit entfernt. Gleichwohl gehen in Hamburg immer noch die Hälfte für mehr Klimaschutz auf die Straße. Sie warnen die Politik: «Symbolpolitik reicht nicht mehr aus.»

  • Die Band Deichkind tritt bei der „Fridays for Future“-Demonstration zum globalen Klima Aktionstag auf. Foto: Daniel Reinhardt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Band Deichkind tritt bei der „Fridays for Future“-Demonstration zum globalen Klima Aktionstag auf. Foto: Daniel Reinhardt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Mit satten Bässen für besseres Klima: Sechs Wochen nach dem letzten globalen Klimaprotest mit bis zu 100 000 Teilnehmern hat Fridays for Future erneut Zehntausende in Hamburg auf die Straße gebracht. Dabei erhielten die Organisatoren am Freitag Unterstützung der Hamburger Hip-Hop-Formation Deichkind. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich in der Spitze 30 000 Menschen an der Demonstration, die rund um die Binnenalster durch die Innenstadt führte. Fridays for Future zählte selbst 55 000 Teilnehmer. Bis auf Verkehrsbehinderungen gab es nach Polizeiangaben keine Zwischenfälle.

«Die Zukunft des Planeten muss an erster Stelle stehen. Veränderungen des Systems müssten jetzt geschehen», forderte einer der Deichkind-Frontmänner unter dem Jubel der tanzenden Demonstranten. Bei der Abschlusskundgebung an der Nikolaikirche spielte die Band mehrere Songs aus ihrem neuen Album und performte dabei auch mit Stoppschildern mit der Aufschrift «Stop Klimakrise, Stop». Diese Schilder waren auch hundertfach im Demonstrationszug zu sehen, allerdings mit der Aufschrift «Stop Klimakrise, Stop Groko». Die Musiker hatten das Wort Groko mit Klebeband überklebt.

Begonnen hatte die Demo zu einer symbolischen Uhrzeit, um fünf nach zwölf unter dem Motto «Global Day of Climate Action». Auch zum Auftakt gab es Bässe: «Jugend auf die Barrikaden, weil wir sonst keine Zukunft haben», rappte der Musiker Courtier.

Die von Friday for Future sehr professionell organisierte Demo kostete nach Angaben der Sprecherin Nele Breebeck 40 000 Euro. Alles sei aus Spenden finanziert worden. Deutlich häufiger als beim letzten Mal waren junge Aktivisten mit Spendenboxen im Demonstrationszug zu sehen.

Angesichts der kurzen Zeit für die Mobilisierung sei die Zahl von bis zu 100 000 Demonstranten diesmal kaum zu erreichen gewesen, sagte Breebeck. «Ich finde es krass, dass wir so viele sind, obwohl es so kalt ist.» In den Demonstrationszug reihten sich bei freundlichem, aber mit sechs Grad relativ kaltem Wetter überwiegend junge Leute ein. Aber auch Ältere waren darunter - «Früher gegen AKW - heute Oldies for Future», stand auf einem Plakat.

Wegen der Demonstration sperrte die Polizei die Innenstadt zwischenzeitlich komplett. Neben Autos durften auch keine Busse mehr in den Bereich rund um die Binnenalster fahren. Seit dem frühen Morgen hatten die Vorbereitungen für die Demonstration und der Aufbau einer Bühne schon Verkehrsbehinderungen verursacht.

Fridays for Future fühle sich von der Politik ignoriert, «und das ist der Grund, warum wir weiter auf die Straße gehen», sagte Breebeck. Effektiver Klimaschutz werde durch die große Koalition in Berlin blockiert. «Symbolpolitik reicht nicht mehr aus.»

Der Weckruf von der Straße finde bei der Bundesregierung kein Gehör, sagte auch Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne). «Anstatt wirksame Klimaschutz-Maßnahmen mit einer ambitionierten, sozial gerechten CO2-Steuer zu beschließen, kann sich die Bundesregierung nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigen.»

Anlass für den neuerlichen globalen Klimastreik von Fridays for Future ist auch die UN-Klimakonferenz Anfang Dezember in Madrid, wo es um die Klimaschutzzusagen der Staaten, den internationalen Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten sowie die Finanzierung von Klimaschäden durch Dürren und Stürme geht.

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