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Der Norden schrammt an Hitzerekorden vorbei

25.07.2019 - Die Freibäder sind voll, bei der Arbeit stöhnen die Mitarbeiter und in den Kliniken haben die Notaufnahmen gut zu tun. Der Sommer im Norden zeigt sich von seiner heißen Seite. Eine Hamburger Klimaforschern erwartet künftig häufigere Hitzewellen.

  • Jugendliche lassen sich bei Temperaturen um 30 Grad Celsius vom Beckenrand in das kühle Nass fallen. Foto: T. Kleinschmidt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Jugendliche lassen sich bei Temperaturen um 30 Grad Celsius vom Beckenrand in das kühle Nass fallen. Foto: T. Kleinschmidt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg/Kiel (dpa/lno) - Die sommerliche Hitze hat den Norden weiter fest im Griff, aber die Rekorde von 1992 stehen noch. In Hamburg stiegen die Temperaturen bis zum frühen Donnerstagnachmittag auf 34 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Bis zu 36 könnten es werden. Der Rekord von 1992 liegt in der Hansestadt bei 37,3 Grad Celsius.

Etwas weniger schwitzten die Menschen in Schleswig-Holstein. Hier waren es laut DWD 32 Grad, wobei bis zu 35 Grad erwartet wurden - noch weit entfernt vom Rekord im nördlichsten Bundesland aus dem Jahr 1992, als in Lübeck 38,0 Grad Celsius gemessen worden waren. An der Ostseeküste etwa bei Hohwacht wurden lediglich 27 Grad gemessen. Die kommenden Tage soll es heiß bleiben, erst zum Sonntag werde eine kleine Abkühlung erwartet, teilte der DWD mit.

Andrang herrschte bei der Hitze vor Eisdielen und vor Schwimmbädern. Vor allen Bädern hätten sich Schlangen gebildet, sagte eine Mitarbeiterin von Bäderland in Hamburg. Die Wartezeit betrage teils 15 Minuten, und auf den Liegewiesen sei alles voll. Ein Sprecher betonte, alle Kassen seien besetzt, um die Schlangen schnell abzuarbeiten.

Die Hamburger Gesundheitsbehörde wies angesichts der hohen Temperaturen auf geeignete Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen hin. So rät die Behörde dazu, luftige, helle Kleidung zu tragen und Kopf und Gesicht vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Wichtig sei auch, genug zu trinken.

Auch die Arbeitgeber seien bei Hitze in der Pflicht, teilte die Behörde mit. So soll der Arbeitgeber im Rahmen seiner allgemeinen Fürsorgepflicht passende Maßnahmen veranlassen, die die Belastung durch hohe Temperaturen verringern. Wenn möglich sollte schwere körperliche Arbeit in die frühen Morgenstunden oder gegebenenfalls in den Abend verschoben werden. Auch zusätzliche Kurzpausen von etwa 10 Minuten bringen laut Behörde Erholung.

Die Hitze wirkt sich auch auf Bauarbeiten aus. In Hamburg St. Georg dauert die Instandsetzung der Steintorbrücke mehrere Tage länger als geplant. Grund hierfür sind die hohen Außentemperaturen, die die technisch vorgesehene Auskühlzeit des Asphalts verlängern, teilte die Verkehrsbehörde mit.

Der Deutsche Wetterdienst veröffentlichte eine amtliche Warnung vor Hitze. Der Donnerstag sei bereits der dritte Tag, an dem eine starke Wärmebelastung herrsche. «Die Hitze wird alte und pflegebedürftige Menschen extrem belasten», hieß es.

Das sehen auch die Kliniken. In den Notaufnahmen in Lübeck und Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) würden derzeit vermehrt vor allem ältere Patienten mit Kreislaufproblemen behandelt, sagte UKSH-Sprecher Oliver Grieve am Donnerstag. Hinzu kämen Hitzeerschöpfung oder Flüssigkeitsmangel. In Lübeck sei auch ein Patient behandelt worden, der einen Sonnenstich erlitten habe.

Auch in der Lübecker Sana Klinik ist die Zahl der Patienten in der Notaufnahme seit Beginn der Hitzeperiode spürbar gestiegen. Neben hitzebedingten Herz-Kreislauf-Beschwerden müssten auch vermehrt Menschen behandelt werden, die wegen körperlicher Beschwerden durch die Hitze gestürzt seien, sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

Hitzewellen wie momentan wird es nach Ansicht von Klimaforschern künftig häufiger in Deutschland geben. «Ob es immer neue Rekordwerte werden oder wir einfach häufiger an diese Rekordmarken herankommen, ist aber noch ein bisschen unklar», sagte die Direktorin des Climate Service Center Germany in Hamburg, Daniela Jacob, der Deutschen Presse-Agentur. Eine Vorhersage der Entwicklung bei den Spitzenwerten sei schwierig und von Region zu Region unterschiedlich.

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