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Eingeschleust und ausgebeutet: Angeklagter muss in Haft

07.05.2019 - Sie hofften in Deutschland auf gutes Geld für ihre Arbeit. Doch stattdessen mussten sie zu Dumpinglöhnen nahezu rund um die Uhr schuften. Jetzt muss ein Unternehmer mehrere Jahre in Haft.

  • Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kiel (dpa/lno) - Weil er mehre Jahre lang Arbeitskräfte aus dem Ausland illegal eingeschleust und ausgebeutet hat, muss ein 42-jähriger Mann vier Jahren und einen Monat ins Gefängnis. Das Kieler Landgericht ging in seinem Urteil am Dienstag von 28 Fällen aus. Dabei warb der Angeklagte aus Nützen im Kreis Segeberg als Unternehmer und Leiter einer Reinigungsfirma von 2014 bis 2018 Arbeitskräfte aus den Balkanländern an und lockte sie nach Norddeutschland, wo sie angeblich bis zu 16 Stunden, sieben Tage die Woche arbeiten mussten. Er behielt deren Ausweise ein, gab ihnen falsche Identitäten und zahlte Dumpinglöhne.

Wer sich wehrte und gehen wollte, wurde nach Feststellung des Gerichts vom Angeklagten bedroht und unter Druck gesetzt. Die billigen Arbeitskräfte verpflichtete der Mann auf einen Zeitraum von mindestens zwei bis drei Jahren, andernfalls mussten sie Auslösesummen zwischen 2000 und 3000 Euro zahlen.

Das relativ milde Urteil - für gewerbsmäßiges Einschleusen drohen bis zu zehn Jahre Haft - wurde durch das Geständnis des Angeklagten möglich. Damit sei das Verfahren erheblich verkürzt worden, sagte der Vorsitzende Richter. Vorangegangen war eine Verständigung aller Seiten auf eine maximale Strafe von vier Jahren und vier Monaten.

Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und drei Monate gefordert, der Verteidiger drei Jahre Haft und elf Monate. Dem Angeklagten, der die serbische Staatsangehörigkeit besitzt, drohen laut Urteil ausländerrechtliche Konsequenzen bis hin zur Ausweisung. Rund 77 000 Euro, die er durch Nichtzahlung des gesetzlichen Mindestlohns einbehielt, werden eingezogen.

Der Mann flog im September 2018 auf und saß seither in Untersuchungshaft. Gegen Meldeauflagen und Aufenthaltsbeschränkungen kam er nun vorerst frei. Ermittlungen gegen seine Frau wegen Beihilfe laufen noch.

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