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Erneut mehr Corona-Fälle im Norden: Luxushotel geschlossen

18.10.2020 - Die Zahl der Corona-Infizierten steigt in Schleswig-Holstein weiter, allerdings in noch überschaubarem Rahmen. Nur in Neumünster liegt der 7-Tage-Wert pro 100 000 Einwohner über der Warnmarke von 35. In Timmendorfer Strand wurde ein Luxushotel wegen Corona geschlossen.

  • Proben für Corona-Tests werden untersucht. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Proben für Corona-Tests werden untersucht. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zahl der gemeldeten Corona-Infizierten in Schleswig-Holstein ist am Wochenende um 116 gestiegen. Seit Beginn der Pandemie im Norden haben sich damit 5626 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Landesregierung mit Stand Samstagabend mitteilte. Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) gelten unverändert rund 4800 von ihnen als genesen. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 im Norden gestorben sind, blieb bei 163. In Krankenhäusern werden unverändert 24 Covid-19-Patienten behandelt.

Der 7-Tage-Wert pro 100 000 Einwohner ist in den Kreisen weitgehend unauffällig. So meldete das RKI Werte von 3,8 im Kreis Dithmarschen bis 23,3 im Kreis Stormarn. Lediglich für die kreisfreie Stadt Neumünster dokumentierte das RKI mit 39,9 Infektionen je 100 000 Einwohner und Woche auffällige Werte. Ab einem 7-Tage-Wert von 50 sind weitere Verschärfungen der Corona-Regeln vorgesehen.

Wegen dreier Corona-Fälle in der Belegschaft eines Hotels in Timmendorfer Strand hat das Gesundheitsamt des Kreises Ostholstein die Luxusherberge vorerst geschlossen. Alle 101 Mitarbeiter des Grand Hotels Seeschlösschen seien inzwischen auf das Coronavirus getestet worden. Mit Ergebnissen rechne der Fachdienst Gesundheit diese Woche, teilte der Kreis mit. Den rund 200 Gästen des 5-Sterne superior Hotels - sie hatten den Angaben zufolge keinen direkten Kontakt mit den Infizierten - seien freiwillige Tests angeboten worden. Sie durften abreisen. Alexandra von Oven-Batsch von der Eigentümerfamilie sprach bei «Bild.de» von einem herben Schlag. Das Hotel an der Ostsee sei gut gebucht gewesen.

Am Montag beginnt in Schleswig-Holstein nach den Herbstferien wieder die Schule - unter verschärften Corona-Bedingungen. So müssen alle Schüler ab der 5. Klasse für zunächst 14 Tage auch während des Unterrichts eine Mund-Nase-Maske tragen. Und es ist vorgeschrieben, dass im Unterricht alle 20 Minuten drei bis fünf Minuten sowie durchgängig in den Pausen gelüftet wird. Lehrer-, Eltern- und Schülerverbände haben bereits ihre Unterstützung zugesichert.

Die Maskenpflicht wird aus Sicht von Bildungsministerin Karin Prien funktionieren. Dies habe auch schon freiwillig nach den Sommerferien geklappt, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Die Elternbeiräte der weiterführenden Schulen und der Landeselternbeirat der Gemeinschaftsschulen unterstützten die Maskenpflicht, sagte Prien. «Unser Ziel für die nächsten Monate bleibt: Möglichst viel, möglichst lange Regelbetrieb für möglichst viele Schülerinnen und Schüler an möglichst vielen Standorten», sagte die Ministerin.

Die Lehrergewerkschaft GEW hält Masken tragen und Lüften für gerechtfertigt. Nach 14 Tagen werde man sehen, ob die Maskenpflicht weiterhin notwendig sei, sagte GEW-Landesvize Katja Coordes. Auch die Vorsitzende des Landeselternbeirates Gymnasien Schleswig-Holstein, Claudia Pick, steht hinter der Maskenpflicht im Unterricht: «Das ist eine gute Maßnahme, um das Infektionsrisiko soweit wie möglich zu minimieren.» Anna Weigand, Landesschülersprecherin Gymnasien, betonte: «Das Atmen unter der Maske dürfte jetzt leichter fallen, da es kälter ist.»

Kritisch gesehen wird bei Behörden und Verbänden in diesem Jahr jedoch die bei Kindern beliebte Tradition, am 31. Oktober zu Halloween verkleidet von Tür zu Tür zu ziehen und Süßigkeiten einzufordern. Das Gesundheitsministerium rät zu großer Zurückhaltung. Ähnliche Empfehlungen kommen von den Kitas der Hansestadt Lübeck und vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein.

Die Landeselternvertretung der Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein kann die Diskussion um Halloween während der Pandemie nicht verstehen. «Wir befürworten das von Haus-zu-Haus-ziehen ausdrücklich. Es findet schließlich an frischer Luft statt und die Kinder bringen frische Energie tütenweise nach Hause», sagte Vorstand Axel Briege.

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