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FDP-Umweltexperte warnt vor Öffnung der Alten Süderelbe

04.06.2019 - Nach der Sturmflut 1962 von der Elbe abgetrennt, gilt die Alte Süderelbe als stehendes und sehr fischreiches Gewässer. Überlegungen, sie wieder an den Hauptstrom anzuschließen, rufen den Umweltexperten der FDP auf den Plan.

  • Der Saugkopf des Baggerschiffes «Bartolomeu Dias» wird in Hamburg in die Elbe gesenkt. Foto: Daniel Reinhardt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Saugkopf des Baggerschiffes «Bartolomeu Dias» wird in Hamburg in die Elbe gesenkt. Foto: Daniel Reinhardt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Der Umweltexperte der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Kurt Duwe, hat vor einer Wiederöffnung der Alten Süderelbe zum Elbe-Hauptstrom gewarnt. Eine solche Maßnahme zur Schaffung zusätzlichen Flutraums für die Elbe bedeute «minimalen Nutzen bei maximalem Schaden», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Hier gefährdet naiver Öko-Idealismus die Alte Süderelbe.» Derzeit wird im Forum Tideelbe eine Wiederöffnung der seit 1963 vom Hauptstrom abgetrennten Alten Süderelbe geprüft. Eine Machbarkeitsstudie soll im ersten Halbjahr 2020 vorliegen, wie der Senat auf eine Kleine Anfrage Duwes mitteilte.

Im Forum Tideelbe werden Maßnahmen überlegt, die das Tidegeschehen der Elbe dämpfen und so zu einer geringeren Sedimentablagerung führen sollen. Darin vertreten sind die Länder Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, der Bund sowie Kreise, Kommunen, Verbände und Organisationen aus der Region. Im Herbst nächsten Jahres will das Forum seine Empfehlungen vorlegen.

Die Alte Süderelbe war nach der Sturmflut 1962 am Mühlenberger Loch von der Tiedeelbe abgetrennt worden und ist seither ein gut fünfeinhalb Kilometer langer See im Bereich der Stadtteile Finkenwerder und Francop, am nordwestlichen Ufer umgeben von den Naturschutzgebieten Westerweiden und Finkenwerder Süderelbe.

«Ein wertvolles Biotop würde zerstört, der derzeitige ökologische Wert der Alten Süderelbe und ihrer umliegenden Flächen ist hoch», warnte Duwe. Sie gilt als eines der fischreichsten Gewässer Hamburgs, in denen sich nach Angaben der Interessengemeinschaft Süderelbe «Karpfen, Zander, Aal und vieles mehr tummeln».

Zuletzt sei vor 26 Jahren ein Wiederanschluss an die Tideelbe verworfen worden, sagte Duwe. Der Grund: «Drohende Verschlickung, kaum spürbare Auswirkungen auf die Tidedynamik der Elbe und exorbitante Kosten.» Vor allem der bei einer Wiederöffnung nötige Sturmflutschutz sei sehr teuer, sagte Duwe. «Zudem müssten die Obstbauern im Alten Land bei Tideabhängigkeit des Wasserstands Einschränkungen bei der Anti-Frostberegnung in Kauf nehmen.»

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