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FDP fordert Imam-Ausbildung in Hamburg

23.01.2019 - Woher kommen die Imame, die in Hamburger Moscheegemeinden predigen? Und wer bildet sie aus? Dem rot-grünen Senat liegen dazu wenig Erkenntnisse vor. Die FDP fordert mehr Engagement vom Senat und eine verstärkte Ausbildung der Imame in Hamburg.

  • Ein Imam betet in einer Moschee. Foto: Axel Heimken/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Imam betet in einer Moschee. Foto: Axel Heimken/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Die FDP fordert vom rot-grünen Hamburger Senat, stärker auf eine Ausbildung der Imame in der Hansestadt hinzuwirken. Bislang erfolge die Ausbildung der in Deutschland und Hamburg tätigen Imame überwiegend in muslimischen Ländern und zu erheblichen Teilen in der Türkei unter Einfluss der dortigen Religionsbehörde Diyanet, sagte die Vorsitzende der Bürgerschaftsfraktion, Anna von Treuenfels-Frowein, der Deutschen Presse-Agentur. Dieser Einfluss der türkischen Regierung setze sich dann in Deutschland in Form des türkischen Religionsverbandes DITIB fort.

«Deutsche Behörden sind hier praktisch nicht beteiligt, sie haben - wie der Hamburger Senat - nicht einmal konkrete Zahlen und Informationen zu Herkunft und Ausbildung der Geistlichen», sagte Treuenfels-Frowein und bezog sich dabei auf eine Senatsantwort auf eine entsprechende Kleine Anfrage. «Rot-Grün muss endlich Anstrengungen unternehmen, um mehr über Zahl, Herkunft und Ausbildung der Imame zu erfahren», forderte sie.

Der Senat hatte darauf verwiesen, dass die deutsche Rechtsordnung keine Genehmigungs- oder Anzeigepflicht für Religionsgesellschaften, Gotteshäuser oder Geistliche vorsehe. «Daher verfügt die zuständige Behörde auch über keine statistischen Daten zu Herkunftsländern, Ausbildung oder Beschäftigungsverhältnissen von Imamen oder zur Finanzierung ihrer Tätigkeit», heißt es in der Antwort.

Es lägen jedoch allgemeine Erkenntnisse darüber vor, dass ein erheblicher Anteil der Imame im Ausland ausgebildet wurde. «Dies gilt auch für die Imame im Verband DITIB, dessen Imame als türkische Staatsbedienstete vom türkischen Staat entlohnt werden.»

Die Regierung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan habe damit «vollen Durchgriff auf «ihre» Imame» in Deutschland, sagte Treuenfels-Frowein. «Dies ist angesichts der autokratischen Entwicklung in der Türkei und der wachsenden Bedrohung durch islamistischen Extremismus keine gute Nachricht.» Eine Förderung der Integration sei so nicht zu erwarten.

Nach Angaben des Senats haben die Imame von DITIB in der Regel religiöse Mittelschulen beziehungsweise religiöse Gymnasien in der Türkei absolviert. «Seit etwa 2005 bemüht sich die Türkei, bevorzugt Imame zu entsenden, die auch ein Studium der Theologie an einer türkischen Hochschule abgeschlossen haben.»

Treuenfels-Frowein verwies in diesem Zusammenhang auf die Universität Hamburg, die laut Senat einen Bachelor/Master-Studiengang «Islamische Religion als Unterrichtsfach» sowie ein «Graduiertenkolleg Islamische Theologie» anbiete. «Studiengänge der Universität sind vorhanden, erfolgreich genutzt werden sie nicht», monierte die FDP-Fraktionschefin.

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