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Feuerwehr stellt absichtliche Fehlalarme in Rechnung

23.01.2021 - Eine 45 000-Euro-Rechnung der Polizei flatterte 2020 den Eltern eines 13-Jährigen ins Haus. Der Junge hatte zuvor wohl nur aus Spaß per Handy einen Amoklauf an einer Hamburger Schule angekündigt. Polizei und Feuerwehr schicken regelmäßig Rechnungen nach Notruf-Missbrauch.

  • Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen vor einem Mehrfamilienhaus. Foto: Jonas Walzberg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen vor einem Mehrfamilienhaus. Foto: Jonas Walzberg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mal eben aus Spaß den Feueralarm auslösen? Oder eine Bombe ankündigen, um schwierigen Prüfungen an der Schule aus dem Weg zu gehen? Wer absichtlich Fehlalarme bei Polizei und Feuerwehr auslöst, muss im Anschluss meist tief in die Tasche greifen. Für ohne Grund und böswillig ausgelöste Feueralarme hat die Hamburger Feuerwehr zuletzt viele Rechnungen schreiben müssen. So war das 2019 insgesamt 314 Mal der Fall, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg sagte. Ähnlich hoch waren die Zahlen im Jahr zuvor, als die Feuerwehr 296 Mal «nur zum Spaß» gerufen wurde. Die Zahlen für 2020 lagen noch nicht vor.

«Bei missbräuchlicher Alarmierung belaufen sich die Kostenbescheide auf eine durchschnittliche Höhe von 423 Euro in 2018, sofern ein Verursacher ermittelt werden konnte», sagte der Sprecher weiter. Wie hoch die gestellten Abrechnungen 2019 durchschnittlich waren, stand zuletzt noch nicht fest, weil Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen noch nicht in allen Fällen abgeschlossen hatten.

Deutlich häufiger stellt die Feuerwehr allerdings Fehlalarme von automatischen Brandmeldeanlagen von Unternehmen in Rechnung. Fast 3300 Mal musste die Feuerwehr 2019 deshalb ausrücken (2018: 3920 Mal). In solchen Fällen muss der Betreiber des Brandmelders die Einsatzkosten zahlen. 2018 waren dafür durchschnittlich 854 Euro fällig, 2019 kostete ein Feuerwehreinsatz ohne echten Einsatz durchschnittlich 989 Euro.

Das ist teurer als ein absichtlicher Fehlalarm, weil meist mehr Einsatzkräfte losgeschickt werden. «So wird zum Beispiel bei der Auslösung einer Brandmeldeanlage in einem Industriekomplex oder einem großen Hotel ein höheres Kräfte-Aufgebot alarmiert, als dies bei einer angeblich brennenden Mülltonne im Freien der Fall ist», so der Feuerwehrsprecher.

Sollte ein Bürger wegen eines piependen Rauchmelders in der Wohnung des Nachbarn die Feuerwehr rufen, wird übrigens keine Rechnung gestellt, falls sich das als Fehlalarm herausstellt. Wenn eine Gefahr vermutet wird, solle immer auch die Feuerwehr alarmiert werden, betonte der Sprecher. Dass Menschen aus Angst vor möglichen Kosten doch nicht den Notruf wählen, «ist absolut nicht wünschenswert».

Am Ende des Jahres kommen bei der Feuerwehr auf diese Weise Rechnungen über Einsatzkosten von Polizei und Feuerwehr in Höhe von mehreren Millionen Euro zusammen. Geld, das komplett in die Stadtkasse Hamburgs fließt. 2018 waren das der Feuerwehr zufolge rund drei Millionen Euro. Die Zahlen für 2019 und 2020 waren noch nicht vollständig erhoben.

Verglichen damit hat die Polizei 2018 und 2019 deutlich weniger Rechnungen für Notruf-Missbrauch geschrieben. 2018 gab es insgesamt fünf und 2019 insgesamt zehn Fälle, bei denen Gebühren wegen «missbräuchlicher Inanspruchnahmen der Polizei» in Rechnung gestellt wurden, wie eine Pressesprecherin der dpa sagte. 2018 wurden dafür 1290,70 Euro und 2019 insgesamt 3201,49 Euro von den Verursachern eingefordert.

Fälle wie der Fehlalarm im Sommer 2020 an der Hamburger Schule mit einer Folgerechnung von 45 000 Euro an die Eltern des 13-Jährigen, der wohl aus Spaß einen Amoklauf angekündigt hat, seien eine Seltenheit. «Vergleichbare Vorfälle in dieser Größenordnung sind bislang eher nicht vorgefallen.»

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