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Friesenhof-Schließung rechtswidrig: Klage geplant

12.12.2019 - Im Sommer 2015 wurden Einrichtungen des Friesenhofes nach Vorwürfe über angebliche Missstände geschlossen. Die Schließung der Heime war rechtswidrig, urteilte jetzt das Verwaltungsgericht. Zivilrechtlich könnte der Fall erst noch ins Rollen kommen.

  • Im Sommer 2015 wurden Einrichtungen des Friesenhofes nach Vorwürfen über angebliche Missstände geschlossen. Foto: Carsten Rehder/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Im Sommer 2015 wurden Einrichtungen des Friesenhofes nach Vorwürfen über angebliche Missstände geschlossen. Foto: Carsten Rehder/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schleswig/Kiel (dpa/lno) - Auf das Land Schleswig-Holsten könnten im Fall der 2015 geschlossenen Mädchenheime der Jugendhilfeeinrichtung Friesenhof hohe Schadensersatzforderungen zukommen. Eine zivilrechtliche Klage sei geplant, sagte der Anwalt der damaligen Betreiberin Barbara Janssen, Trutz Graf von Kerssenbrock, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten unter anderem der NDR, die «Dithmarscher Landeszeitung» sowie das «Flensburger Tageblatt» darüber berichtet. Das Verwaltungsgericht Schleswig hatte am Montag geurteilt, dass die Schließung der zwei Mädchenheimen der Jugendhilfeeinrichtung Friesenhof in Dithmarschen im Juni 2015 rechtswidrig gewesen ist. Die Gründe für den Widerruf der Betriebserlaubnis seien nicht ausreichend gewesen, entschied das Gericht.

Janssen sagte dem «Flensburger Tageblatt», sie laufe nach dem Urteil «wie auf Wolken, von einer drückenden Last befreit». Sie betonte, in den 26 Jahre ihrer Arbeit in der Jugendhilfe habe es keinen einzigen Augenblick gegeben, in dem das Wohl der ihr Anvertrauten nicht über allem gestanden habe. Sie werde bis zuletzt für ihre Rehabilitation kämpfen.

Das Landesjugendamt hatte im Juni 2015 die Betriebserlaubnis für die Mädchenheime «Nanna» und «Campina» widerrufen. Im Vorfeld hatte es in der Öffentlichkeit und in den Medien kontroverse Diskussionen über das Erziehungskonzept des Friesenhofes und die Zustände in den betreffenden Einrichtungen gegeben. Wenige Wochen nach Schließung der beiden Teileinrichtungen meldete der Friesenhof insgesamt Insolvenz an. Ein Landtagsuntersuchungsausschuss befasste sich eineinhalb Jahre lang mit dem Friesenhof. Auch er stellte mehrheitlich fest, dass es keine generelle Kindeswohlgefährdung in der Einrichtung gegeben hat.

Graf Kerssenbrock wies darauf hin, dass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Die schriftlichen Urteilsgründe des Verwaltungsgerichts liegen nach Angaben des Gerichts erst in einigen Wochen vor. Gegen das Urteil kann ein Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht gestellt werden. «Ich rechne allerdings nicht damit, weil der Sachverhalt unstreitig war», sagte Graf Kerssenbrock.

Nach Angaben des Anwalts kann im Frühjahr durchaus der Zeitpunkt sein, an dem gesagt werden kann, dass Klage über diesen oder jenen Betrag erhoben wird. Die konkreten Summen, um die es geht, lassen sich demnach noch nicht beziffern. Sie dürften aber im sechs- oder siebenstelligen Bereich liegen, sagte Graf Kerssenbrock, da der ganze Friesenhof in Folge der Teilschließungen insolvent gegangen ist. «Und es war ja ein großes Unternehmen.»

Gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter wird der Vorgang nun erörtert. Mit der Schadensaufstellung wird aber erst begonnen, wenn das Urteil Rechtskraft hat.

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