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German Naval Yards: Nur Aufträge im Marineschiffbau zählen

13.02.2020 - Kiel/Berlin (dpa/lno) - Geschäftsführung und Betriebsrat der Kieler Werft German Naval Yards fordern als entscheidende Zukunftssicherung des Marine-Überwasserschiffbaus in Deutschland konkrete Aufträge. Die Entscheidung der Bundesregierung, den Marineüberwasserschiffbau als Schlüsseltechnologie einzustufen und damit auf europäische Ausschreibungen verzichten zu können, sei zwar zu begrüßen, sagte Jörg Herwig, Geschäftsführer und Ceo German Naval Yards Kiel, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. «Entscheidend ist jedoch, dass es Aufträge für die deutschen Unternehmen gibt.»

  • Das beleuchtete Werftgelände von ThyssenKrupp Marine Systems am Ufer der Förde ist vor Sonnenaufgang zu sehen. Foto: Gregor Fischer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das beleuchtete Werftgelände von ThyssenKrupp Marine Systems am Ufer der Förde ist vor Sonnenaufgang zu sehen. Foto: Gregor Fischer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die in Rede stehenden Doppelhüllentanker für die deutsche Marine seien im Vergleich zum 5,3-Milliarden-Euro-Auftrag für das Mehrzweckkampfschiff MKS 180 «sowohl vom Auftragsvolumen als auch von der technologischen Komplexität nicht vergleichbar», betonte Herwig. Im Januar war der Auftrag für vier MKS 180 an ein Konsortium unter der Federführung der niederländischen Werft Damen gegangen. German Naval Yards mit der Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems als Subunternehmer waren mit ihrem Angebot unterlegen. German Naval Yards ist gegen die Vergabe juristisch vorgegangen.

Der Betriebsratsvorsitzende von German Naval Yards Kiel, Ramon Santorum, warnte: «Sollte unsere Rüge keinen Erfolg haben und die Vergabe der MKS 180 tatsächlich nach Holland erfolgen, wäre das ein großer Fehler und brächte unsere Werften und Zulieferer in Existenznot.» Die Tanker, die man nun offenbar nach Deutschland vergeben wolle, «können da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Ich hoffe, dass die Politik diesen Fakt im Blick hat, wenn sie sich über die Zukunft des Schiffbaus in Deutschland Gedanken macht.»

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch den Marineüberwasserschiffbau als nationale verteidigungsindustrielle Schlüsseltechnologie eingestuft. Auch die Elektronische Kampfführung wurde in dem beschlossenen Strategiepapier entsprechend verankert. Damit müssen Aufträge nicht mehr europaweit ausgeschrieben werden. Der Bundestag muss dem Gesetzentwurf «zur beschleunigten Beschaffung im Bereich der Verteidigung und Sicherheit und zur Optimierung der Vergabestatistik» noch zustimmen.

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