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Grenzhandel wegen Grenzschließungen deutlich eingebrochen

29.05.2020 - Umsatzeinbußen verzeichnen dieser Tage wohl die meisten Einzelhändler überall im Land. In der Grenzregion zu Dänemark leidet eine Branche ganz besonders: Die Grenzhändler, die überwiegend von skandinavischen Kunden leben. Das hat auch Folgen für die Kommunen.

  • Ein Schild mit der Aufschrift "Liebe Kunden, der Markt ist leider geschlossen wegen der Covid-19 Krise" hängt vor dem verschlossenen und mit einem Zaun gesicherten Haupteingang einer Filiale der dänischen...

    Ein Schild mit der Aufschrift "Liebe Kunden, der Markt ist leider geschlossen wegen der Covid-19 Krise" hängt vor dem verschlossenen und mit einem Zaun gesicherten Haupteingang einer Filiale der dänischen Supermarktkette Fleggaard. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Lukket» - «Geschlossen» steht derzeit an vielen Geschäften auf schleswig-holsteinischer Seite entlang der deutsch-dänischen Grenze. Die Grenzhändler und grenznahe Kommunen leiden aufgrund der weitestgehenden Grenzschließung besonders unter den seit Monaten andauernden coronabedingten Einschränkungen. «Die Lage ist sehr schlecht», sagt Bernd Christiansen, Geschäftsführer der Grenzwarenvertriebsgesellschaft, zu der die Grenzmärkte Poetzsch und Otto Duborg gehören. Die Umsätze seien um 80 bis 85 Prozent zurückgegangen.

«98 Prozent der Kunden kommen aus Skandinavien», sagte Christiansen. Und diese hätten derzeit bis auf wenige Ausnahmen keine Möglichkeit nach Deutschland zu kommen. Von den deutschen Kunden alleine könne kein reiner Grenzhändler leben, ist Christiansen sicher. Das Unternehmen Fleggaard, das unter anderem die gleichnamigen Läden besitzt, antwortete auf die Anfrage zur wirtschaftlichen Situation nicht.

«Wir wünschen uns, dass die Grenze schnellstmöglich wieder öffnet», sagte der Harrisleer Bürgermeister Martin Ellermann. Harrislee ist eigenen Angaben der größte Standort für Grenzhändler. Der Anteil des Grenzhandels am gesamten Gewerbesteueraufkommen beträgt im Jahr etwa 40 bis 50 Prozent, wie Ellermann sagte. Die Umsatzrückgänge bei den Unternehmen machen sich auch in den kommunalen Kassen bemerkbar. «Derzeit rechnen wir mit Mindereinnahmen von 2,3 Millionen Euro», sagte Ellermann. Der Großteil davon resultiere aus der aktuell prekären Lage des Grenzhandels. Ursprünglich hatte Harrislee mit Gewerbesteuereinnahmen von rund acht Millionen Euro gerechnet.

Doch auch die anderen Branchen seien betroffen, weil die dänischen Tagesgäste fehlten. Die Grenzöffnung werde ganz dringend gebraucht, sagte Ellermann - wirtschaftlich, aber auch für die Menschen, die beiderseits der Grenze verwurzelt seien.

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