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HVV plant Preiserhöhung: Angebot wird stark ausgebaut

18.07.2019 - Millionen Fahrgäste sind täglich mit dem HVV unterwegs. Doch die Busse und Bahnen ziehen kaum noch Neukunden an. Woran liegt's? Der HVV-Chef kennt Gründe, auf die er Einfluss nehmen will.

  • Zwei Frauen kaufen in einer U-Bahnstation am Hauptbahnhof Hamburg Tickets an einem Fahrkartenautomat. Foto: Georg Wendt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zwei Frauen kaufen in einer U-Bahnstation am Hauptbahnhof Hamburg Tickets an einem Fahrkartenautomat. Foto: Georg Wendt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Der Hamburger Verkehrsverbund HVV plant für das nächste Jahr eine Fahrpreiserhöhung von 2,2 Prozent. Der HVV werde einen entsprechenden Antrag stellen, sagte HVV-Geschäftsführer Lutz Aigner der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Darüber müssen die politischen Gremien abstimmen. Den benötigten Einnahme-Zuwachs ermittelt der HVV aus einem Index, in den die Kostenentwicklungen für Dieselkraftstoff, Strom und Personal sowie die Inflationsrate einfließen.

Die Kosten der 28 Verbundunternehmen seien nur zu 74 Prozent gedeckt, erläuterte Aigner. Eigentlich hätte die Index-Berechnung einen Preisanstieg von 3,0 Prozent ergeben, die Preisanhebung falle also geringer aus, als es die Kostenentwicklung eigentlich erfordern würde, erläuterte der HVV-Chef.

Durch die Änderung beim Seniorenticket, das von Dezember an rund um die Uhr - statt zeitlich begrenzt - eingesetzt werden kann, erwartet der HVV-Chef Einnahmeverluste von rund 4 Millionen Euro. «Über 63-Jährige, die noch berufstätig sind, dürften von ihrem Abo auf das günstigere Senioren-Angebot wechseln», sagte Aigner. Dadurch werde die geplante Tarifanhebung 2020 für den HVV nur einen Einnahmenzuwachs von 1,7 Prozent bedeuten.

Die Zahl der Fahrgäste im Verbund der 28 Unternehmen - von der AKN Eisenbahn bis zur Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim und den Hadag-Fähren - ist 2018 um 0,5 Prozent auf 784,4 Millionen gestiegen. «Es sind nicht mehr die Zuwachsraten von 2 bis 3 Prozent wie in den Vorjahren», sagte Aigner. 2018 habe der lange Sommer 2018 zum Fahrradfahren animiert. Vor allem aber seien Kapazitätsengpässe und Baustellen im Verbundsystem eine Bremse. «Die Busse und Bahnen sind voll», sagte Aigner. Das sei nicht attraktiv für potenzielle, neue Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs.

Darum begrüßt Aigner die geplanten Angebote auf dem Weg zum «Hamburg Takt». «Diese zweite Angebotsoffensive bedeutet: Zusätzlich werden dreistellige Millionenbeträge aus Steuermitteln investiert. Damit wird der Nahverkehr im HVV auf ein neues Niveau gebracht», sagte Aigner. Der HVV will außerdem zusätzliche Experten für die Koordination und Kommunikation von Baumaßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) einstellen.

2018 beliefen sich die HVV-Einnahmen auf 861 Millionen Euro, eine Zunahme von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon werden 36 Millionen Euro durch Buchungen über die HVV-App erzielt, die Tendenz sei stark steigend. Sie sei von rund 500 000 Nutzern heruntergeladen worden. Alle 400 000 Abo-Karten seien mittlerweile auf die HVV-Card umgestellt, mit der bargeldlos Tickets erworben werden können. Auch wer noch mit Bargeld bezahlen wolle, «werde nicht zurückgelassen», versicherte der Chef des öffentlichen Nahverkehrsverbundes.

Ein vergünstigtes Jahresticket für Schüler und Azubis, wie derzeit diskutiert wird, könnte von 2020 an umgesetzt werden, sagte der HVV-Chef. Das Vorhaben müsse noch mit den Landkreisen und den Ländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein abgestimmt werden. «Je größer der HVV wird, um so komplexer werden die Anforderungen an das System», ergänzte Aigner. Er erwartet, dass die HVV-Tarifstruktur vom nächsten Jahr intensiver auf den Prüfstand kommt. «Der HVV-Tarif ist ein Großstadttarif, aber wir sind ein Verbund geworden, der mehr in die Fläche geht. Wir müssen daher das System modernisieren.»

Pendler aus dem nördlichen Niedersachsen können vom Fahrplanwechsel (15. Dezember) an mit HVV-Tarifangeboten in die Hansestadt fahren - und Hamburger können neue Ecken in Niedersachsen mit ihrem Fahrschein erkunden. Der HVV-Tarif für Zeitkarten gilt damit bis auf wenige Ausnahmen in den Landkreisen Uelzen, Heidekreis, Rotenburg und Cuxhaven im regionalen Bahnverkehr. Die Länder und Landkreise ermöglichen die günstigeren Fahrkarten mit einer jährlichen Millionenförderung. «Der HVV-Tarif soll als nächstes in den Kreis Steinburg ausgeweitet werden, daran arbeiten wir», berichtete Aigner.

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