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Handelskammer: Hamburger Hafen zum Innovationstreiber machen

19.01.2021 - Die Weiterentwicklung des Hamburger Hafens ist nach Ansicht der Handelskammer in den vergangenen zehn Jahren zu zaghaft angegangen worden. Sie hat deshalb nun ein eigenes Konzept vorgelegt - und in einem Punkt bereits eine Abfuhr erhalten.

  • Containerschiffe werden im Hafen bei untergehender Sonne abgefertigt. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Containerschiffe werden im Hafen bei untergehender Sonne abgefertigt. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Hamburger Hafen muss nach Ansicht der Handelskammer deutlich engagierter mit Innovationen nach vorn gebracht werden. «Trotz gravierender Veränderungen im Welthandelssystem, dem rasanten Aufstieg neuer Technologien, einem härteren Preiswettbewerb und infrastruktureller Herausforderungen hat Hamburg es in den letzten zehn Jahren versäumt, seinen Hafen konsequent weiterzuentwickeln», sagte Handelskammer-Präses Norbert Aust am Dienstag - dem 356. Geburtstag der Handelskammer - bei der Präsentation des Papiers «Hamburg 2040 Zukunftsplan Hafen».

Statt den Fokus weiter auf Umschlagszahlen zu legen, sollte vielmehr die Wertschöpfung für die Hamburger Wirtschaft zur entscheidenden Kennzahl für Europas drittgrößten Hafen werden. «Um seiner Rolle für den Standort Hamburg wieder gerecht zu werden, muss der Hamburger Hafen Innovationstreiber werden und stark auf Nachhaltigkeit setzen», sagte Aust auch mit Blick auf den vom Senat angekündigten neuen Hafenentwicklungsplan.

Vize-Präses Willem van der Schalk sieht die größten Chancen des Hafens mit seinen direkt und indirekt 150 000 Arbeitsplätzen in der Ansiedlung neuer und nachhaltiger Industrien. «Hierzu zählt die Nutzung, Herstellung und der Transport alternativer Treibstoffe», sagte van der Schalk und verwies dabei an erster Stelle auf den Wasserstoff als Energieträger der Zukunft. Aber auch der Transport von Containern im Hafen über den Wasserweg und neue Mobilitätskonzepte zählten zu den Chancen. Große Hoffnungen mache zudem die Fehmarn-Belt-Querung. «Hamburg wird damit die südlichste Stadt Skandinaviens.»

Die rot-grüne Koalition und auch die CDU-Opposition begrüßten das Strategiepapier der Handelskammer. «Unser Anliegen ist es, den Hafen zukunftssicher zu gestalten», sagte der SPD-Wirtschaftsexperte Hansjörg Schmidt. Wichtig seien dabei unter anderem die Digitalisierung der Hafenwirtschaft, die Klimaneutralität und die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur. Grünen-Fraktionschef Dominik Lorenzen betonte: «Die Handelskammer lässt frischen Wind durch den Hafen wehen und greift das grüne Leitbild eines ökologischen Innovationshafens, der sich konsequent auf den Weg zur Dekarbonisierung macht, mutig auf.»

Kritisch zeigte sich die Koalition jedoch bei dem Vorschlag der Handelskammer, zur Ansiedlung der Wasserstoffindustrie den ursprünglich als Hafenerweiterungsgebiet vorgesehenen Stadtteil Moorburg mit seinen gut 700 Einwohnern tatsächlich in Anspruch zu nehmen. «Der Auf- und Ausbau eines neuen Standorts darf (...) nicht die Existenz des Dorfes Moorburg gefährden», betonte die hafenpolitische Sprecherin der Grünen-Bürgerschaftsfraktion, Miriam Putz. Und der SPD-Politiker Schmidt sagte unter Hinweis auf den Koalitionsvertrag: «Moorburg wird in dieser Legislaturperiode nicht für Hafenerweiterungszwecke entwickelt.» Zuvor hatten bereits die Umweltverbände Nabu und BUND die Handelskammer-Idee kritisiert.

Der BUND legte am Dienstag in seiner Kritik noch einmal nach. «Man könnte meinen, die Debatte um planetare Grenzen, Klimakrise und Ressourcenschutz ist spurlos an der Handelskammer vorbeigegangen», sagte die Landesvorsitzende Christiane Bloemeke. Mit penetranter Ignoranz würden neue Autobahnen gefordert, der intakte Stadtteil Moorburg der Hafenerweiterung geopfert und eine Sedimentverbringung weit in die Nordsee auf Kosten der Steuerzahler gefordert. «Das ist eindimensionale Wirtschaftspolitik der 1970er-Jahre, nur ein bisschen bunter und wortreicher verpackt.»

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