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Heizpilze erhitzen Grüne: «ätzend und klimaschädlich»

18.09.2020 - Heizpilze sollen der Hamburger Gastronomie in der kalten Jahreszeit das wirtschaftliche Überleben trotz Corona sichern. Für diese Ankündigung erntet Senatorin Fegebank ordentlich Kritik aus ihrer eigenen Partei. Auf einer Grünen-Versammlung zeigt sie sich verärgert.

  • Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen), Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen), Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die angekündigte Zulassung von Heizpilzen in der Außengastronomie wegen der Corona-Pandemie sorgt bei den Hamburger Grünen für heftigen Streit. «Die Heizpilze spielen eine verhältnismäßig kleine Rolle im Klimaschutz, aber sie stehen sinnbildlich für eine Coronapolitik, die wir gerade nicht machen wollen», sagte der Sprecher der Grünen Jugend, Leon Alam, am Freitag auf einem kleinen Parteitag. Das 1,5-Grad-Ziel beim Klimaschutz könne nicht eingehalten werden, wenn die Grünen auf den Zug der SPD aufsprängen. Alam bekam viel Applaus von den 31 Delegierten.

Die für die Bezirke zuständige Senatorin Katharina Fegebank verteidigte dagegen ihre Entscheidung, die Heizgeräte in den Wintermonaten zuzulassen. «Wenn ich höre, wir sind die Partei der Heizpilze, der (Alkohol-)Außer-Haus-Verkaufsverbote: Wir haben jeden Tag die Verantwortung zu tragen für alle Menschen in dieser Stadt», betonte Fegebank. Heizpilze seien «ätzend und klimaschädlich», räumte sie ein. Aber es gehe bei der Gastronomie und den kleinen Läden ums wirtschaftliche Überleben.

Die Senatorin fügte hinzu: «Ich habe mich in den letzten Tagen wahnsinnig darüber geärgert, in Moria brennt das Lager, in Belarus werden Frauen verschleppt, und wir als Hamburger Grüne haben nichts anderes zu tun als uns darüber auseinanderzusetzen, ob wir zwei oder drei Monate einigen Gastronomen erlauben, einen Heizpilz aufzustellen oder nicht.»

Umweltsenator Jens Kerstan unterstützte seine Kollegin. Er stellte zunächst fest: «So ein Virus ist ja gar nicht so ein großes Ding.» Und verwies auf die Waldbrände im Westen der USA, die nicht zu stoppen seien. In anderen Teilen der Welt fehle das Wasser. Auch Hamburg brauche mehr Trinkwasser und sei nach dem «heißeste(n) August seit Menschengedenken» von solchen Notlagen nicht weit entfernt, meinte Kerstan. Darum sei es so wichtig, trotz Corona die zentrale Kraft auf die Bekämpfung des Klimawandels zu setzen. Aber: «An den Heizpilzen wird sich das nicht entscheiden», sagte Kerstan. Die Grünen dürften nicht den Eindruck erwecken, ihnen seien die Sorgen und Nöte der Menschen egal.

Einstimmig beschlossen die Delegierten einen Leitantrag des Landesvorstands, der den Kurs der Hamburger Grünen in den nächsten Monaten beschreibt. Darin heißt es: «Die Coronakrise - so sehr sie uns auch herausfordert - ist nur ein Bruchteil dessen, was uns in der Folge der Erderhitzung erwartet: Die Klimakrise ist gekommen um zu bleiben.» Zu den Heizpilzen wird in dem Antrag nicht Stellung genommen.

Fraktionschefin Jenny Jasberg kündigte ein Treffen für nächsten Dienstag an, bei dem die Grünen über die umstrittenen Heizgeräte und die Weihnachtsmärkte beraten wollen.

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