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Reemtsma-Entführer Drach in Amsterdam vor dem Haftrichter

24.02.2021 - Acht Jahre war der Reemtsma-Entführer auf freiem Fuß. Jetzt wurde Thomas Drach in Amsterdam festgenommen - unter dem Verdacht von Raubüberfällen. Ein Fluchtauto wurde ihm demnach zum Verhängnis.

  • Thomas Drach sitzt im Auto seines Anwalts. Foto: TV News Kontor/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Thomas Drach sitzt im Auto seines Anwalts. Foto: TV News Kontor/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rund acht Jahre nach seiner Haftentlassung steht der einstige Reemtsma-Entführer Thomas Drach wieder vor Gericht. Der wegen des Verdachts auf Raubüberfälle festgenommene Drach wird an diesem Mittwoch in Amsterdam dem Haftrichter vorgeführt. Er war am Vortag von niederländischen Ermittlern festgenommen worden. Die Kölner Justiz suchte ihn mit einem europäischen Haftbefehl wegen dreier Überfälle auf Geldtransporte 2018 und 2019.

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat einen Antrag auf Auslieferung gestellt. Doch wann Drach tatsächlich ausgeliefert werden kann, ist noch unklar. Der Amsterdamer Haftrichter werde ihn zunächst fragen, ob er einem schnellen Auslieferungsverfahren zustimmen werde, wie die Staatsanwaltschaft in den Niederlanden mitteilte. In dem Fall könnte der 60 Jahre alte Rheinländer bereits innerhalb von zehn Tagen den Kölner Behörden übergeben werden. Sollte Drach eine Auslieferung jedoch ablehnen, muss nach Angaben der Justiz ein Richter entscheiden. Das Verfahren könne bis zu 90 Tage dauern.

Im März 1996 hatte Drach mit Komplizen den Tabak-Erben Jan Philipp Reemtsma entführt. Erst zwei Jahre später wurde er in Argentinien festgenommen. Er verbüßte eine Haftstrafe von vierzehneinhalb Jahren und kam 2013 wieder auf freien Fuß. Die Ermittler hatten Drach nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bereits seit langer Zeit im Visier. Er soll an drei spektakulären Raubüberfällen auf Geldtransporter in Köln und Frankfurt am Main beteiligt gewesen sein. Ein Auto wurde ihm vermutlich zum Verhängnis.

Die bei den Überfällen eingesetzten Fluchtwagen stammten aus den Niederlanden. Sie wurden meist ausgebrannt zurückgelassen - ohne Spuren. Doch bei einem Coup am Flughafen Köln/Bonn im März 2019 galt das nur für eines der Autos - es war zusammen mit der Tatwaffe, einer Kalaschnikow, angezündet worden. Doch ein Augenzeuge hatte den Überfall gefilmt - und auch ein zweites Fluchtauto. Unter erheblichem Aufwand und mit verdeckten Ermittlungen gelang es den Kölner Fahndern, den Wagen ausfindig zu machen - und so auch Drachs Aufenthaltsort.

Er habe sich widerstandslos festnehmen lassen, meldete der «Spiegel». Laut «Bild»-Zeitung, die Drachs Namen zuerst enthüllt hatte, sucht die Polizei noch nach zwei Komplizen. Die Höhe der Beute ist unklar.

Für die Reemtsma-Entführung hatten Drach und seine Komplizen etwa 15 Millionen D-Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken Lösegeld kassiert. Es wurde nie ganz aufgeklärt, wo das Lösegeld geblieben ist. Nur ein Teil der Summe wurde gefunden. Dass Drach nun möglicherweise rückfällig geworden ist, könnte darauf hindeuten, dass von dem Reemtsma-Lösegeld nichts mehr übrig ist.

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