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Homosexuelle im Fokus des Auswanderermuseums

06.06.2020 - Nicht überall auf der Welt können Männer Männer und Frauen Frauen lieben. In manchen Ländern werden sie dafür mit dem Tod bestraft. Viele wandern für die freie Liebe lieber aus. Einige der Schicksale beleuchtet die neue Ausstellung im Hamburger Auswandererhaus.

  • Dragqueen Olivia Jones (l), Schirmherrin der Sonderausstellung "Fluchtursache: Liebe". Foto: Christian Charisius/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dragqueen Olivia Jones (l), Schirmherrin der Sonderausstellung "Fluchtursache: Liebe". Foto: Christian Charisius/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Gründe von Flucht und Auswanderung können vielfältig sein. Einer davon ist Homosexualität. Das Hamburger Auswanderermuseum BallinStadt widmet sich mit der Sonderausstellung «Fluchtursache: Liebe» diesem Thema - und hat sich dafür zudem eine Ikone der Szene ins Boot geholt. Die Hamburger Dragqueen Olivia Jones ist Schirmherrin der am 10. Juni startenden Ausstellung.

Das Thema liege ihr sehr am Herzen, sagte Jones der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Weil ich natürlich auch Diskriminierung und Gewalt erfahren habe. Aber auf der anderen Seite sehr froh bin, dass ich in Deutschland leben kann, wo die Rechte, die wir über Jahrzehnte erkämpft haben, auch wirklich anerkannt sind.»

Es sei völlig verrückt, dass es noch immer Länder gebe, in denen Schwule verfolgt, bedroht, gefoltert und mit dem Tode bedroht würden. «Und deshalb ist es wichtig, dass wir weiterhin auch darauf aufmerksam machen und dass Ausstellungen wie diese dafür sorgen, dass man ein bisschen offener und toleranter wird.»

Die Sonderausstellung wirft auf etwa 320 Quadratmetern einen Blick in die Länder, die Homosexualität noch mit dem Tod bestrafen. «Wir erzählen acht Geschichten von Geflüchteten und ordnen ihre Schicksale in das große Ganze, in die Länder und die Rechtsordnung dort ein», sagte BallinStadt-Geschäftsführer Volker Reimers. Die Flüchtlinge kommen unter anderem aus Ruanda, Pakistan, Kuwait und Sierra Leone, leben derzeit in Deutschland und warten auf die Entscheidung über ihren Asylantrag.

Trotz des teils enormen Leidenswegs gebe es oft positive Aspekte, sagte Reimers. Die wichtigste Botschaft der Ausstellung - wie auch des gesamten Museums - soll deshalb sein: «Ein- und Auswanderung ist nichts Schlimmes. Es gibt sie seit es Menschen gibt.»

Bis Ende Oktober soll die Ausstellung Teil des 2500 Quadratmeter großen Auswandererhauses bleiben - und zudem als wandernde Ausstellung Teil des Bildungsprojekts «Olivia macht Schule» werden. «Auch für Kinder ist es sehr, sehr wichtig. An Respekt, Toleranz und Vielfalt kann man sie nicht früh genug heranführen. Da ist eine ganze Menge zu tun. Wir haben zwar viel erreicht, aber der Kampf geht sicherlich noch ein bisschen weiter», sagte Jones.

Das Motiv Ausstellung ist übrigens Dragqueen Olivia Jones als Freiheitsstatue. Jones: «Die Statue ist weltweit Symbol für Freiheit. Als ich gelesen habe, dass für Lady Liberty wahrscheinlich ein Mann Modell gestanden hat, war mir klar: Das ist das passende Motiv für eine wirklich freie und offene Gesellschaft und diese Ausstellung.»

Das Auswanderermuseum wurde 2007 an dem Ort errichtet, an dem der Hapag-Reeder Albert Ballin 1901 die ersten Auswandererhallen errichten ließ. In drei originalgetreu wieder aufgebauten Gebäuden können die Besucher die Migrationsgeschichte der Menschen vom 16. Jahrhundert bis heute erleben - viele Perspektivwechsel inklusive. Mehr als 1,3 Millionen Menschen haben den Angaben zufolge das Museum bereits besucht.

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