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Im Norden dürfen wieder etwas mehr Schüler in die Schule

28.04.2020 - Einen Spalt mehr machen die Schulen im Norden wieder auf. Ab 6. Mai dürfen nach einem Kabinettsbeschluss einige Jahrgänge wieder ins Klassenzimmer. Von Normalität ist das Ganze noch weit weg.

  • Ein leeres Klassenzimmer in einer Schule. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein leeres Klassenzimmer in einer Schule. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schleswig-Holstein öffnet in der Corona-Krise im Mai die Schulen in kleinen Schritten wieder für mehr Schüler. Dies betrifft zunächst vom 6. Mai an einzelne Jahrgänge an Grundschulen und Gymnasien sowie die Berufsschulen, wie Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Dienstag in Kiel nach einer Kabinettssitzung mitteilte. Dann sollen die Schüler der 4. Klassen an Grundschulen wieder im Klassenzimmer unterrichtet werden. Gleiches gilt für den 6. Jahrgang der Gymnasien - weil es dort noch die Möglichkeit von Querversetzungen gibt.

Für Gemeinschaftsschulen werden Beratungsangebote erlaubt, für die mit Oberstufe schrittweise ab 6. Mai, für die ohne Oberstufe ab 18. Mai für die Jahrgänge 9 und 10. Die Berufsschulen können im Rahmen von Vorgaben Präsenzunterricht erlauben. Die Elternvertreter an den Gemeinschaftsschulen hatten gefordert, das Schuljahr vorzeitig zu beenden.

In der vorigen Woche hatten im Norden schriftliche Abiturprüfungen und Prüfungsvorbereitungen an Gemeinschaftsschulen begonnen. Nach der nun anlaufenden zweiten Öffnungsphase sollen Prien zufolge in weiteren Schritten bis Schuljahresende alle Schüler die Möglichkeit bekommen, zumindest tageweise an Unterricht in der Schule teilzunehmen. Dabei müsse immer die Entwicklung des Infektionsgeschehens im Blick bleiben. Heute schon zu sagen, was in drei Wochen möglich sein wird, wäre nicht seriös.

Deshalb steht zwar fest, dass in der dritten Öffnungsphase die 1. bis 3. Klassen an den Grundschulen sowie die 8. bis 10. Klassen an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen an der Reihe sein sollen, aber ein Datum dafür ist noch nicht absehbar. Prien bekannte sich aber zu dem Ziel: «Alle Schüler müssen zumindest tageweise in die Schule kommen können». Das sei auch wichtig zur Entlastung der Eltern. Wenn das Infektionsgeschehen auf dem jetzigen Niveau bleibe, sollte das aus Priens Sicht möglich sein.

«Wir können heute nicht sagen, wann Schule wieder so stattfinden kann, wie wir uns das alle wünschen», sagte die Ministerin. Deshalb gehe alles behutsam und Schritt für Schritt. Sie könne derzeit auch nicht seriös sagen, ob es nach den Sommerferien Einschulungen geben wird. Das hänge auch davon ab, wie Wissenschaftler das Infektions- und Übertragungsrisiko von Kindern bewerten werden.

Im Hinblick auf ihren umstrittenen Vorstoß für Samstagsunterricht bis zu den Ferien kündigte Prien eine Regelung an, nach der Prüfungen auch an diesem Wochentag stattfinden können. Samstagsunterricht sei aus ihrer Sicht in der jetzt anstehenden zweiten Öffnungsphase wohl nicht nötig. Für die Phase danach hätten die Schulen genug Zeit zu beraten, ob Samstagsunterricht zur Entzerrung sinnvoll ist - man könne damit einen Tag gewinnen. Mit Hochdruck arbeite das Ministerium an einem Konzept für Sommerakademien.

Die Ministerin verwies auf die Notwendigkeit, in den Schulen strikte Hygienevorschriften mit Abstand halten, Händewaschen und «Niesetikette» einzuhalten. Die bisherigen Erfahrungen bei den Abiturprüfungen und der Prüfungsvorbereitung an den Gemeinschaftsschulen hätten gezeigt, dass Hygiene und Abstandswahrung gut umzusetzen seien.

Das Bildungsministerium empfiehlt darüber hinaus zusätzlich das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in den Schulen auf Laufwegen, Fluren und in den Pausen, in denen das Abstandsgebot nicht oder nur schwer eingehalten werden kann. Wer auch im Klassenzimmer eine Maske tragen wolle, könne das tun. In Schulbussen sei das von Mittwoch an Pflicht.

Aus Sicht der oppositionellen SPD wird Priens Plan der Wirklichkeit von vielen Schülern nicht gerecht. Wünschenswert seien Präsenzangebote im Wechsel mit digitalen Angeboten für Schüler aller Jahrgänge, sagte der Bildungspolitiker Martin Habersaat. Wichtig sei das vor allem für Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf ­ egal aus welchem Jahrgang.

«Mich besorgt, dass ein Teil der Eltern für einen grundsätzlichen Abbruch des Schuljahres plädiert», sagte die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli. «Das zeigt, dass die Bildungsministerin mit ihren unabgestimmten Vorstößen viel Vertrauen verspielt hat.» Die Fokussierung auf die 4. Grundschulklassen sei erstaunlich, weil die Schulartempfehlungen längst geschrieben seien.

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