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In Hamburg stehen alle Bundes-Bunker kurz vor dem Verkauf

14.12.2019 - Wie riesige Zeitzeugen stehen hunderte Bunker in Hamburg und Schleswig-Holstein. Manche werden privat genutzt, manche öffentlich, manche verfallen. Und noch immer werden welche verkauft. Die neuen Besitzer müssen dafür mehrere hunderttausend Euro zahlen.

  • Blick auf den Bunker an der Feldstraße in Hamburg. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf den Bunker an der Feldstraße in Hamburg. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Auch mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges werden viele Bunker noch aktiv genutzt. Als Wohnungen, Museen oder Unterkünfte für Unternehmen, Vereine oder Probenräume. In Hamburg existieren noch hunderte unterirdische und oberirdische Luftschutzbunker. Der berühmteste ist wohl der Bunker an der Feldstraße, der Heimat für viele Kreative und den Szeneclub Uebel & Gefährlich ist.

In den vergangenen Jahren waren noch rund 30 Bunker in der Hansestadt im Besitz des Bundes. Nun sind fast alle Hoch- und Tiefbunker aus diesem Bestand verkauft worden. Zuletzt waren nur noch drei Hochbunker und zwei Tiefbunker in der Vermarktung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). «Für alle fünf noch im Eigentum der Bundesanstalt in Hamburg befindlichen Bunker werden zur Zeit Verkaufsverhandlungen geführt beziehungsweise sie stehen unmittelbar bevor», sagte eine Bima-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Die Objekte sollen sowohl an private Investoren als auch an die Hansestadt Hamburg veräußert werden.

Auch in Schleswig-Holstein hatte die Bima 13 Bunker und Bunkergrundstücke in der Vermarktung. Dort sind zwischenzeitlich alle verkauft worden. Dabei mussten die Käufer in etwa so viel Geld wie für ein hochwertiges Haus auf den Tisch legen. «Im Durchschnitt aller Verkäufe in Schleswig-Holstein und Hamburg in den letzten zehn Jahren ergibt sich ein Kaufpreis von rund 700 000 Euro», so die Sprecherin weiter. Nur auf Hamburg bezogen lagen die Preise für die Bunkerverkäufe bei durchschnittlich einer Million Euro.

Im bundesweiten Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre konnten für einen Zivilschutzbunker 270 000 Euro zugunsten des Bundeshaushaltes erlöst werden, hieß es weiter. Veräußert wurden nur Zivilschutzbunker und keine Munitionsschutzbunker oder Personenschutzbunker auf ehemaligen Militäranlagen.

Mehr als 250 Hochbunker wechselten bundesweit auf diese Weise bereits den Besitzer. Hintergrund war, dass die Bundesregierung 2007 entschieden hatte, den öffentlichen Schutzraumbau flächendeckend aufzugeben.

Die Stadt Hamburg ist eigenen Angaben zufolge damit derzeit - auch über städtische Unternehmen - im Besitz von 23 Bunkern. Sieben davon befinden sich in Grünanlagen oder Verkehrsflächen und stehen für eine Nutzung nicht zur Verfügung, wie Claas Ricker, Sprecher der Finanzbehörde, auf dpa-Nachfrage sagte. Acht weitere gehören öffentlichen Unternehmen.

Damit blieben acht Bunker übrig, die für andere Nutzungen und Entwicklungen verfügbar seien, so Ricker. Die meisten sind bereits langfristig vermietet oder verpachtet. Finanzsenator Anreas Dressel (SPD): «Nicht alle Bunker eignen sich für eine Umnutzung, aber grundsätzlich prüfen wir als Stadt im jeweiligen Einzelfall natürlich immer sehr genau, ob und welche Nutzungsmöglichkeiten für solche Anlagen bestehen. Schon jetzt gibt es gute und kreative Beispiele für eine entsprechende Umwidmung von Bunkern».

Für den denkmalgeschützten Bunker in der Marckmannstraße 195 sei beispielsweise für 2020 eine Konzeptausschreibung für die Nutzung als Musik- und Museumsbunker angedacht. Oder die Bunker, wenn nicht denkmalgeschützt, werden abgerissen und machen so Platz für mehr Wohnraum. So soll der Finanzbehörde zufolge der Bunker Weidenstieg zeitnah zu Gunsten von gefördertem Wohnungsbau abgebrochen werden.

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