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Jagd und Wildschweinzaun: Kaum noch Schwarzwild in Dänemark

23.09.2020 - Seit etwa zehn Monaten gibt es den Wildschweinzaun an der deutsch-dänischen Grenze. Dänemark ließ ihn trotz Protesten wegen der Afrikanischen Schweinepest errichten. Der Schwarzwildbestand hat sich seit 2018 drastisch reduziert.

  • Der Wildschweinzaun steht an der deutsch-dänischen Grenze. Foto: Frank Molter/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Wildschweinzaun steht an der deutsch-dänischen Grenze. Foto: Frank Molter/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Bestand freilebender Wildschweine in Dänemark ist seit Anfang 2018 von etwa 150 auf heute rund zehn Tiere reduziert worden. Dies teilte ein Sprecher der dänischen Naturverwaltung (Naturstyrelsen) der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage mit.

Auch der umstrittene Wildschweinzaun zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) entlang der deutsch-dänischen Grenze, der Anfang Dezember 2019 fertiggestellt worden war, trägt demnach zur Reduzierung der Population bei. «Die Überwachung des Zauns und die regelmäßigen physischen Kontrollen der gesamten Zaunlänge zeigen keinerlei Spuren von Wildschweinen, die von Deutschland nach Dänemark eingewandert wären.» Alles in allem scheine die Kombination der verschiedenen Maßnahmen, darunter der Zaun, aber auch die intensive Jagd auf Schwarzwild, zu wirken, sagte der Sprecher.

Die Befürchtungen von Kritikern des Wildschweinzauns, dass Rehe und Hirsche in großer Zahl an dem etwa 1,50 Meter hohen Bauwerk hängen bleiben und sich tödlich verletzen, scheinen sich nicht zu bewahrheiten: Die Naturverwaltung hat eigenen Angaben zufolge Kenntnis von drei Rehen und zwei Rothirschen, die seit der Errichtung im Zaun verendet sind.

Angesichts der großen Bedeutung der Schweineproduktion für die dänische Wirtschaft nimmt das Lebensmittelministerium in Kopenhagen das Auftreten der ASP in Deutschland ernst. «Die Krankheit stellt eine Bedrohung für den Export der dänischen Landwirtschaft außerhalb der EU dar. Deshalb tun wir alles, was wir können, um die Afrikanische Schweinepest aus Dänemark heraus zu halten», erklärte Lebensmittelminister Mogens Jensen bereits knapp zwei Wochen nach der Bestätigung des ersten ASP-Falls in Deutschland. Das Ministerium sieht das Land gut aufgestellt, um die Krankheit außer Landes zu halten. Von neuen Maßnahmen über die bestehenden hinaus sieht das Ministerium deshalb ab, auch die Risikobewertung durch die dänische Lebensmittelverwaltung wurde bei «sehr niedrig» belassen.

In Deutschland war die für Menschen ungefährliche Tierseuche zuletzt bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nachgewiesen worden. In den folgenden Tagen wurden weitere tote mit dem Erreger infizierte Wildschweine in der Nähe des ersten Fundortes entdeckt.

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