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Jeder vierte Schüler mit psychischen Problemen

14.01.2020 - Sie ziehen sich zurück, sind antriebslos, schaffen es kaum noch zur Schule: Depressionen können auch Kinder betreffen. Nahezu jeder vierte Schüler im Norden hat seelische Probleme. Wer wegen Depression ins Krankenhaus muss, ist dort häufig nicht nur einmal.

  • Ein junges Mädchen hält sich die Hände vor ihr Gesicht. Foto: Nicolas Armer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein junges Mädchen hält sich die Hände vor ihr Gesicht. Foto: Nicolas Armer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kiel (dpa/lno) - Sprachstörungen, Ängste, sogar Depressionen - fast jedes vierte Schulkind in Schleswig-Holstein leidet an psychischen Problemen. Laut einer am Dienstag in Kiel vorgelegten Untersuchungen der Krankenkasse DAK sind 24 Prozent aller Jungen und Mädchen im Schulalter von einer psychischen Erkrankung oder Verhaltensstörung betroffen. Bei mehr als zwei Prozent aller Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren seien sogar Depressionen und Angststörungen diagnostiziert worden. Bei Mädchen traf das dabei doppelt so häufig zu wie bei Jungen. Hochgerechnet sind das 9500 Schüler im Land.

«Wir wollen das Tabu brechen, das psychische Erkrankungen noch immer umgibt», erklärte der Leiter der DAK-Landesvertretung, Cord-Eric Lubinski. «Die betroffenen Kinder leiden oft leise, bevor sie eine passende Diagnose bekommen.» Alle müssten aufmerksamer werden - in der Familie, in der Schule oder im Sportverein - und nachhaltig helfen.

Im Auftrag der DAK hatte die Universität Bielefeld die Gesundheits- und Versorgungssituation von Jungen und Mädchen umfassend untersucht. In den Report gingen anonymisierte Behandlungsdaten der Jahre 2016 und 2017 von fast 41 000 Mädchen und Jungen ein. Hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsverteilung seien sie repräsentativ für die junge Gesamtbevölkerung in Schleswig-Holstein, hieß es.

In der Häufigkeit noch vor psychischen Erkrankungen oder Verhaltensstörung rangierten nur Atemwegserkrankungen, Infektionen, Augenkrankheiten sowie Muskel- und Skelett-Erkrankungen. Im Bundesvergleich litten Schüler im Norden überdurchschnittlich an Entwicklungsstörungen und Depressionen. Neun Prozent aller depressiven Kinder mussten 2016 oder 2017 ins Krankenhaus, oft auch mehrmals innerhalb dieser zwei Jahre. Eine Re-Hospitalisierungsquote von 22 Prozent sei alarmierend. «Wir haben offenkundige Versorgungslücken nach der Krankenhausentlassung, die wir dringend schließen müssen», erklärte Lubinski.

Knapp jeder sechste Junge in Schleswig-Holstein mit einer diagnostizierten Depression hatte parallel auch eine Angststörung. Bei den Mädchen war es fast jedes vierte. In schweren depressiven Episoden haben junge Patienten Schwierigkeiten, ihre alltäglichen Aktivitäten fortzusetzen. Sie ziehen sich stark zurück, schaffen es kaum noch, in die Schule zu gehen. Chronische Krankheiten erhöhen das Risiko, depressiv zu werden. So tragen Kinder mit einer chronischen körperlichen Erkrankung besonders im Jugendalter ein bis zu 4,5-fach erhöhtes Depressionsrisiko, gibt der Report an. Für eine Angststörung sei das Risiko bis zu 3-fach erhöht.

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