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Junge Mutter bei Streit um Kind erwürgt: 25-Jähriger gesteht

05.08.2020 - Sie hatten sich längst getrennt. Er durfte sich ihr eigentlich nicht nähern. Dennoch trifft sich die junge Mutter mit dem Vater des gemeinsamen Kindes in einem Rendsburger Hotel. Wenig später liegt sie tot im Zimmer. Nun begann der Prozess gegen den Vater.

  • Zum Prozessauftakt sitzen die Mutter des Opfers (r) und der Angeklagte im Landgericht Kiel. Foto: Frank Molter/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zum Prozessauftakt sitzen die Mutter des Opfers (r) und der Angeklagte im Landgericht Kiel. Foto: Frank Molter/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ich wollte nur, dass sie ruhig ist, legte den Oberarm um ihren Hals und drückte zu». Mit diesen Worten schildert der 25-jährige Angeklagte am Mittwoch vor dem Kieler Landgericht, wie er nach einem heftigen Streit die Mutter des gemeinsamen kleinen Sohnes in einem Rendsburger Hotelzimmer tötete. Die 28-Jährige erstickte. Es sei ihm bei der Tat um den Sohn gegangen, sagt der aus Tunesien stammende Angeklagte. Die Mutter des Kindes habe ihm den Sohn vorenthalten. «Doch ich wollte nicht auf ihn verzichten», sagt er.

Staatsanwalt Timo Beck klagt Totschlag an. Der 25-Jährige habe einen Menschen getötet ohne Mörder zu sein, sagt er. Der Anklage zufolge stritt sich das frühere Paar heftig. Der Angeklagte sei in Wut geraten, habe mehrfach auf sein Opfer eingeschlagen, die Frau am Hals gepackt und zu Tode gewürgt. Bei einer Verurteilung drohen dem 28-Jährigen 5 bis 15 Jahre Haft, es sei denn es gibt mildernde Umstände. Um das zu prüfen, sitzt ein psychiatrischer Gutachter mit im Gerichtssaal. Der Angeklagte gibt an, vor der Tat getrunken, Haschisch geraucht und Tabletten genommen zu haben.

Nach Angaben des Mannes spuckte die Frau ihn im Streit an und schlug ihm auf die Brust. Zuvor sei es noch harmonisch gewesen. Sie seien zusammen einkaufen gewesen und hätten Sex gehabt, schildert er. Doch er sei verzweifelt gewesen, weil sie ihm seinen Sohn vorenthielt. Auch Eifersucht spielt offenbar eine Rolle: Er habe auf ihrem Handy pornografische Bilder gesehen und dass sie sich mit vielen Männern treffe. Er habe «nicht gewollt, dass sein Sohn so viele Männer miterleben sollte», erwidert er auf die Frage nach seinem Motiv. Zudem habe die Mutter das Kind taufen lassen, «um mich zu ärgern».

Nach der Tat ruft er die Polizei. Als Beamte und Rettungskräfte eintreffen, sind das Hotelzimmer, das Bad und die Leiche blutbesudelt. Lediglich das Bett ist ausgespart, auf dem der rund ein halbes Jahr alte Sohn unversehrt aufgefunden wird. Er lebt inzwischen bei seiner Oma mütterlicherseits. Sie und eine Schwester des Opfers sitzen als Nebenklägerinnen im Gerichtssaal.

Dass er für lange Zeit in Haft müsse, äußert der Angeklagte unmittelbar nach der Tat, wie Polizeibeamte vor Gericht sagen. Eine 26-jährige Polizistin beschimpft er demnach als Schlampe und Hure.

Das Opfer hatte sich trotz einer Gewaltschutzanordnung, die die Frau nach körperlichen Übergriffen ihres Ex-Lebensgefährten erwirkte, erneut mit dem Angeklagten im Hotel getroffen. Wegen der Übergriffe wurde der Mann mehrfach zu Geld- und Haftstrafen verurteilt. Auch eine Schwedin, die sich von ihm wieder scheiden ließ, erwirkte Schutzmaßnahmen und seine dort lebende Schwester setzte ihn vor die Tür. Das Gericht will vier Tage verhandeln. Das Urteil wird Ende August erwartet.

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