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Kandidatur für den Bundestag: Stegner zieht es nach Berlin

08.07.2020 - Nach mehr als 20 Jahren mit wichtigen Ämtern in der Landespolitik sucht SPD-Fraktionschef Ralf Stegner eine neue Herausforderung. Schleswig-Holsteins Oppositionsführer will 2021 in Pinneberg für den Bundestag kandidieren. Power habe er noch reichlich.

  • Ralf Stegner, SPD-Fraktionsvorsitzender. Foto: Carsten Rehder/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ralf Stegner, SPD-Fraktionsvorsitzender. Foto: Carsten Rehder/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der ehemalige SPD-Vizevorsitzende Ralf Stegner will in den Bundestag. «Ich habe gestern Abend meine Bewerbung für die Kandidatur im Wahlkreis 7 (Pinneberg) an den Kreisvorstand der SPD Pinneberg übermittelt», sagte der 60-Jährige am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Bundestagswahl im kommenden Jahr werde eine entscheidende Weichenstellung für die Zukunft des Landes und sicher auch für die Zukunft der SPD. Er bringe «Leidenschaft und Kampfkraft sowie 100 Prozent Sozialdemokratie» mit. «Die Power ist bei mir - mit SPD-Durchschnittsalter - noch reichlich vorhanden.»

«Dass unsere Partei, die immer noch die größte Mitgliederpartei in Deutschland ist und eine einzigartige Tradition hat, die immer für Frieden und Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, Demokratie und Toleranz gestanden hat, bei kümmerlichen 15 Prozent in den Umfragen verharrt, damit können und dürfen wir uns nicht zufrieden geben», sagte Stegner. Die angesichts der Corona-Krise zu lösenden Probleme riefen geradezu nach sozialdemokratischen Antworten.

Nach Ansicht der SPD-Landeschefin und Bundesvize der Partei, Serpil Midyatli, wäre Stegner mit seiner Erfahrung ein Gewinn für den Bundestag. Stegner sei ein selbstbewusster, kluger und scharfzüngiger Parlamentarier. «Dieser Wechsel wird Schleswig-Holsteins Rolle in Berlin stärken.» Midyatli will künftig Fraktionschefin im Landtag in Kiel werden. Sie hatte 2019 bereits den Landesvorsitz von Stegner übernommen.

Stegner will im Wahlkreis Pinneberg Ernst-Dieter Rossmann beerben. Der 69-Jährige gehört seit 1998 dem Bundestag an. Er hatte das Direktmandat zuletzt 2002 gewonnen und war seitdem über die Landesliste ins Parlament eingezogen. Rossmann will nicht mehr für den Bundestag kandidieren. «Er hat insbesondere bei der Bildungspolitik enorme Akzente gesetzt», sagte Midyatli.

Seit mehr als 20 Jahren mischt der streitbare Stegner in Schleswig-Holsteins Landespolitik mit. Seit 2003 tat der Harvard-Absolvent dies in erster Reihe als Finanzminister unter Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD), als Innenminister unter Regierungschef Peter Harry Carstensen (CDU), dann als Landespartei- und Fraktionschef der SPD. Den Landesvorsitz gab er 2019 nach zwölf Jahren bereits auf, Fraktionschef ist er seit 2008.

Auch auf Bundesebene mischte der rhetorisch starke Stegner - Doktorarbeit über die Theatralik in der Politik - häufig kräftig mit. Von 2014 bis 2019 war er stellvertretender Bundesvorsitzender. Der dem linken Spektrum der Partei zuzurechnende HSV-Fan war oft TV-Talkshow-Gast. Im vergangenen Jahr bewarb sich Stegner gemeinsam mit Gesine Schwan erfolglos um den SPD-Bundesvorsitz.

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