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Katze weggenommen: Fünfeinhalb Jahre Haft wegen Mordversuchs

09.04.2020 - Mitbewohner beschwerten sich - da nahm ihm das Ordnungsamt die Katze weg. Kurz darauf brannte das Mehrfamilienhaus. Jetzt kam das Urteil für den Katzenbesitzer.

  • Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wegen zweifachen Mordversuchs in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung ist ein Katzenbesitzer aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde zu fünfeinhalb Jahre Gefängnis verurteilt worden. Der Mann legte nach Feststellungen des Kieler Landgerichts in der Nacht zum 2. Oktober 2019 im sogenannten Masuren-Hof in Hamweddel vorsätzlich Feuer. Das über 300 Jahre alte Gebäude brannte völlig nieder. Vier Mitbewohner konnten sich gerade noch retten. Auslöser des Verbrechens war die Wegnahme der Katze des Angeklagten durch das Ordnungsamt.

Die Behörde schritt ein, nachdem sich eine Mitbewohnerin über den durchdringenden Katzenklo-Gestank im Treppenhaus und das andauernde Miauen des Tieres in Abwesenheit des Angeklagten beschwert hatte. Der 35-Jährige hatte zuvor Hausbesuche verweigert. «Sie war sein Ein und Alles, sein einziger innerer Halt», sagte der Vorsitzende Richter Jörg Brommann bei Verkündung des Urteils. Als die Wohnung schließlich zwangsweise geöffnet wurde, war alles extrem verdreckt und zugemüllt, der Boden übersät mit Unrat, schilderte Brommann.

Vor der Tat stieß der von Drogenmissbrauch gekennzeichnete Angeklagte laut Urteil mehrfach Drohungen aus: «Ihr kommt hier nicht raus! Ich werde euch umbringen! Ich fackel die Bude ab.» Eine der beiden Mitbewohnerinnen, die noch zwei Mal ins Haus zurückkehrte, um ihre beiden Möpse zu retten, ist noch immer schwer traumatisiert. Sie weinte bei ihrer Aussage.

Der Behauptung des Angeklagten, er habe den Brand nicht verursacht, glaubte das Gericht nicht. «Die Kammer hat keine Zweifel, dass der Angeklagte den Brand vorsätzlich legte.» Sie ließ allerdings strafmildernde Gründe wie seine desolaten Lebensverhältnisse und Alkoholeinfluss gelten, die seine Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit erheblich verminderten. Dass der Mann die beiden Mitbewohnerinnen im Obergeschoss des Hauses nicht warnte, sondern sie arg- und wehrlos zurückließ, erfülle aber Mordmerkmale wie Heimtücke, sagte der Vorsitzende.

Die Staatsanwaltschaft beantragte drei Jahre und zehn Monate Haft. Nebenklage und Verteidigung plädierten für eine Verurteilung, nannten aber kein konkretes Strafmaß. Verteidiger und Staatsanwältin signalisierten Zustimmung zum Urteil. Es wird aller Voraussicht nach rechtskräftig, sagte der Verteidiger.

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