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Kiel: Kein Anstieg bei häuslicher Gewalt in Corona-Zeit

12.07.2020 - Mehr Gewalt in Familien als Corona-Folge? Der Verdacht liegt nahe, aber zumindest die Polizeistatistik gibt das nicht her. Das kann aber seine Gründe haben.

  • Gestelltes Bild zum Thema häusliche Gewalt. Foto: picture alliance / Maurizio Gambarini/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Gestelltes Bild zum Thema häusliche Gewalt. Foto: picture alliance / Maurizio Gambarini/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Polizei hat in Schleswig-Holstein seit Ausbruch der Corona-Krise im März keine relevante Zunahme von häuslicher Gewalt festgestellt. Die registrierten Fallzahlen stagnierten weiterhin auf niedrigem Niveau, sagte ein Sprecher des Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sei im Blick auf die Zahl der angezeigten Fälle auch zu berücksichtigen, dass die Corona-Situation das Anzeigeverhalten beeinflusst. So gebe es weniger Sozialkontrolle durch Schule, Freunde, Verwandte, Ärzte und Betreuer.

Monatszahlen veröffentlicht das Landeskriminalamt nicht. Im ersten Halbjahr 2019 waren 2323 Fälle häuslicher Gewalt in die Polizeistatistik eingegangen, 27 mehr als im Jahr zuvor. 1839 Mal waren die Opfer weiblich.

Auch aus den Frauenberatungsstellen liegen laut Innenministerium keine eindeutigen Zahlen bezüglich eines Anstiegs häuslicher Gewalt vor. Den Beratungsstellen zufolge ließen sich auch keine besonders betroffenen Gruppen feststellen.

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