Kitas sollen Notbetrieb beenden: Weniger Fälle in der Pflege

12.02.2021 Hamburgs Schüler müssen wohl noch bis nach den Frühjahrsferien warten, bis Schulen ihre Türen wieder weiter öffnen. Für die Kita-Kinder soll es schneller gehen.

Gummistiefel liegen im Aufenthaltsraum einer Kita. Foto: Sina Schuldt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Angesichts vergleichsweise niedriger Corona-Zahlen sollen die Hamburger Kindertagesstätten noch vor dem Ende der Frühjahrsferien und damit vor den Schulen wieder aus dem Notbetrieb gehen. Die Sozialbehörde hoffe, schon Anfang März «die ersten Schritte in Richtung regulärer Kitabetrieb gehen zu können», sagte ihr Sprecher Martin Helfrich am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit sei man mit den Trägern im Gespräch. Die Frühjahrsferien beginnen in Hamburg am 1. März. Für die Schulen soll es laut Senat erst nach den zweiwöchigen Ferien Lockerungen geben.

Vor einer Öffnung müssten aber das Infektionsgeschehen und mögliche Auswirkungen der Virusmutanten auf Kinder genau beurteilt werden, sagte Helfrich. Die Kitas befinden sich derzeit im sogenannten erweiterten Notbetrieb, etwa ein Drittel der Kinder wird dort aber weiterhin betreut.

Der Hamburger Wirtschaftsrat der CDU forderte eine bundesweit einheitliche Öffnung der Schulen und Kitas ab einer Inzidenz von unter 50 Corona-Fällen je 100 000 Einwohner und Woche. «In keinem Bundesland mit Inzidenzzahlen unter 50 dürfen Schulöffnungen weiter hinausgezögert werden. Kinder brauchen Bildung, Eltern und Wirtschaft Planungssicherheit», sagte Landesgeschäftsführer Henning Lindhorst. Kleine Kinder und Grundschüler bräuchten soziale Kontakte. «Für höhere Jahrgänge und Abschlussklassen wäre Wechselunterricht in festen Gruppen denkbar.»

Der Landeselternausschuss Kindertagesbetreuung (LEA) bezeichnete erste Lockerungen der Lockdown-Maßnahmen zwar als positiv. «Jedoch möchten wir dringend dazu raten, den gesellschaftlichen Stellenwert der Rechte unserer Kinder- und Jugendlichen nicht hinter wirtschaftlichen Interessen anstehen zu lassen», hieß es in einer Erklärung zu den in dieser Woche gefassten Beschlüssen von Bund und Ländern, die unter anderem die Öffnung von Friseursalons vorsehen.

Die darin ebenfalls erwähnte Teststrategie für Kita und Schule wurde begrüßt. «Dabei plädieren wir für die Anwendung kindgerechter Testmethoden.» Zudem müssten die Ergebnisse für wissenschaftliche Erkenntnisse hinsichtlich des Infektionsgeschehens in Kitas und bei der Ganztagsbetreuung in Schulen genutzt werden. «Hier ist es nun die Aufgabe für Hamburg, eine konkrete Umsetzungsstrategie zu formulieren.» Zudem unterstütze der LEA eine Priorisierung des Kita- und Schulpersonals bei der Impfstrategie.

Im Bereich der Pflege sieht die Sozialbehörde bereits erste Erfolge des Impfprogramms. Hier hätten sich die Zahlen der Infizierten und der betroffenen Einrichtungen binnen eines Monats halbiert. «Wir sehen hier einen merklichen und stabilen Abwärtstrend», sagte Sprecher Helfrich. Dies sei insbesondere erfreulich, «weil die Zahl der Betroffenen in den Einrichtungen sehr hoch war und es viele Todesfälle gab». Zwar gehe das Infektionsgeschehen in der Stadt insgesamt zurück. Den deutlichen Rückgang in den Pflegeeinrichtungen führe man aber auf die strengen Maßnahmen und Tests, «aber auch schon auf die Impfkampagne zurück».

Seien vor einem Monat noch rund 660 Bewohner und mehr als 330 Mitarbeiter von 65 Pflegeeinrichtungen betroffen gewesen, gebe es derzeit nur noch bei 228 Bewohnern und 119 Beschäftigten in 38 Einrichtungen Corona-Fälle. In zwei Wochen, am 26. Februar, werden den Angaben zufolge die letzten Bewohner eines Pflegeheims ihre zweite Impfdosis erhalten. Damit wäre dann die Impfung der Gruppe der Menschen mit der höchsten Priorität abgeschlossen.

Unterdessen kamen in Hamburg am Freitag 228 Corona-Neuinfektionen hinzu - 34 mehr als am Vortag. Die Inzidenz, also die Zahl neuer Ansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche, erhöhte sich leicht von 66,8 auf 67,1. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 73,6 gelegen. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie an oder mit dem Virus Gestorbenen erhöhte sich laut Robert Koch-Institut (RKI) um 11 auf 1178. In den Krankenhäusern der Hansestadt wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde mit Stand Donnerstag 322 Covid-Patienten behandelt, davon 72 auf den Intensivstationen.

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