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Vierfache Mutter getötet: Mahnwache zu Prozessbeginn

21.05.2019 - Ein Familienvater soll getötet haben, «ohne ein Mörder zu sein». Vertreterinnen eines Frauenhauses treffen diese Worte aus der Anklage ins Mark. Manche kannten die Mutter von vier Kindern, die mit 50 Messerstichen getötet wurde. Gefunden wurde sie von ihrem elfjährigen Sohn.

  • Der Haupteingang zum Strafjustizgebäude in Hamburg. Foto: Christian Charisius/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Haupteingang zum Strafjustizgebäude in Hamburg. Foto: Christian Charisius/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Eine brennende Kerze und ein Foto der toten Mutter: Mit einer Mahnwache haben Vertreterinnen eines Hamburger Frauenhauses vor dem Strafjustizgebäude an eine mit 50 Messerstichen getötete vierfache Mutter erinnert. Gegen ihren Ehemann läuft seit Dienstag in Hamburg ein Prozess wegen Totschlags. Der Staatsanwalt wirft dem 50-jährigen Deutschen vor, im Dezember 2018 «einen Menschen getötet zu haben, ohne ein Mörder zu sein». Der Angeklagte will sich in der weiteren Verhandlung zu seiner Tat äußern.

Mit Unverständnis reagierten etliche Frauen bei der Mahnwache darauf, dass der leibliche Vater von zwei der vier Kinder des Paares nicht des Mordes angeklagt ist. Wegen vorheriger gewaltsamer Angriffe sei das Opfer nicht mehr arglos gewesen, sagte ein Gerichtssprecher erläuternd zur Anklage. Der Mann soll die seit Mitte 2017 getrennt von ihm lebende Frau vor der Bluttat mit einem Elektroschocker angegriffen und gewürgt haben.

Wegen der gewaltsamen Angriffe habe sie vorübergehend im Frauenhaus gelebt, ergänzte der Gerichtssprecher. Zuletzt wohnte sie mit ihren vier Kindern im Stadtteil Altona-Nord. Dort soll der Angeklagte am frühen Morgen des 5. Dezember vergangenen Jahres gewartet haben, bis die Kinder das Haus verließen, bevor er sich bei ihrer Mutter meldete. Weil er iPad wiederhaben wollte, das er dem Sohn ausgeliehen hatte, ließ sie ihn laut Anklage herein. Der Vater soll wieder regelmäßig Kontakt zu seinen Kindern gehabt haben. Bei der Suche nach dem Gerät soll das Paar gestritten und die Frau ihrem Mann vorgeworfen haben, «kein Mann zu sein», wie er laut Anklage aussagte. Zwischen den Eheleuten soll es auch um die neue Beziehung der Frau zu einem anderen Partner gegangen sein.

Die Anklage geht davon aus, dass der Ehemann in dem Streit seine Frau zunächst schlug, bevor er sie mit einem Messer mit einer zehn Zentimeter langen Klinge attackierte. Er soll ihr 50 Stich- und Schnittwunden im Gesicht, am Hals und am Oberkörper zugefügt und dabei lebenswichtige Organe verletzt haben. Sie sei an den Folgen der Verletzungen gestorben, resümierte der Staatsanwalt. Nach der Tat soll der Mann die Waffe in einem Müllbehälter entsorgt habe und ziellos durch die Stadt gelaufen sein.

Die 42-Jährige war nach Angaben der Polizei am Tattag blutüberströmt von ihrem damals elfjährigen Sohn gefunden worden - leblos im Schlafzimmer der Wohnung. Seine Geschwister waren damals 7, 14 und 18 Jahre alt. Die beiden jüngeren Kinder waren den Angaben zufolge gemeinsame Söhne des Paares. Die Polizei hatte den Ehemann, der in einem Call-Center arbeitete, noch am Tatabend an seiner Wohnung im Stadtteil Dulsberg festgenommen.

Weil der psychiatrische Gutachter am ersten Verhandlungstag nicht anwesend sein konnte, wurde nur die Anklage verlesen. Der Prozess wird an diesem Freitag (24.5.) fortgesetzt und ist danach mit acht weiteren Verhandlungstagen bis zum 31. Juli terminiert.

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