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Margrethe II. besucht Politiker, Wissenschaftler und Roboter

04.09.2019 - Royaler Glanz jetzt auch in der Landeshauptstadt: Nach dem Auftakt in Flensburg rückt Kiel in den Fokus des Schleswig-Holstein-Besuchs von Königin Margrethe II. Sie kommt dabei auch mit hilfreichen Robotern in Kontakt. Besonders interessiert ist sie an einem Boot namens Jago.

  • Dänemarks Königin Margrethe II.. Foto: Carsten Rehder/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dänemarks Königin Margrethe II.. Foto: Carsten Rehder/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kiel (dpa/lno) - Harmonie pur auch an Tag zwei eines viertägigen majestätischen Besuchs in Schleswig-Holstein: Die dänische Königin Margrethe II. hat am Mittwoch in der Landeshauptstadt Kiel Station gemacht. Nach der Begrüßung durch Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) schaut sie sich den gläsernen Plenarsaal des Landesparlaments an, aus dem man einen freien Blick auf die Förde hat. Die Partei der dänischen Minderheit, der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), ist im Landesparlament mit drei Abgeordneten vertreten und war von 2012 bis 2017 auch an der Landesregierung mit SPD und Grünen beteiligt.

Ein Vier-Augen-Gespräch und ein «Frokost»-Essen mit Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) folgen. Zwischen Dänen und Deutschen bestehe eine aufrichtige Freundschaft, sagt Günther. «Was vor bald 100 Jahren zur Zeit der Grenzabstimmung noch kühne Vision war, ist heute gelebte Realität. Aus ehemaligen Feinden wurden gute Nachbarn und echte Freunde.» Anfang 1920 war im Ergebnis von Volksabstimmungen der seitdem bestehende Verlauf der deutsch-dänischen Grenze nördlich von Flensburg festgelegt worden.

Am stärksten sichtbar sei diese Freundschaft in der gemeinsamen Grenzregion, sagte Günther. Dort werde grenzübergreifend gehandelt, gearbeitet und gelernt. «Vor allem unsere Minderheiten haben an dieser Erfolgsgeschichte ganz erheblich mitgeschrieben: die deutsche Minderheit in Dänemark und die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein.» Es sei eine große Ehre und schöne Geste, dass die Königin zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Grenzziehung gekommen sei.

Ortswechsel: «Zora» verneigt sich vor der Königin zur Begrüßung im Universitätsklinikum (UKSH), das gerade sein hochmodernes neues Zentralgebäude eröffnet hat. «Majestät, ich wünsche Ihnen einen guten Aufenthalt». «Zora» ist ein kleiner Roboter, der in der Kinderklinik und in der Geriatrie singend und spielend als Motivator bei der Physiotherapie hilft.

UKSH-Vorstandschef Prof. Jens Scholz stellt den Klinik-Neubau und digitale Innovationen in dem High-Tech-Krankenhaus vor. Das Exzellenzcluster Entzündungsforschung kommt zur Sprache, die telemedizinische Betreuung von Halligbewohnern auch und die Untersuchung des Schädels eines dänischen Leprakranken aus dem Mittelalter ebenfalls. Kranke, Ärzte und Pfleger schauen sich die Königin an und machen jede Menge Fotos. Draußen am Parkhaus weht die dänische Flagge.

Über Forschungen ganz anderer Art informiert sich die dänische Königin im Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung am Ostufer der Kieler Förde. Auch dort begegnete sie nach der Begrüßung von Direktor Peter Herzig einem Roboter: «ROV Kiel 6000», die Ziffer steht für maximal 6000 Meter Tauchtiefe. Natürlich arbeiten die Kieler Meeresforscher auch mit dänischen Kollegen eng zusammen.

Das Gerät hilft den Wissenschaftlern bei der Erforschung der Tiefsee, wie auch das bemannte Forschungstauchboot «Jago» nebenan. «Wenn Sie wünschen, nehmen wir Sie auch gern einmal mit», sagt Geomar-Direktor Herzig. Die Königin lacht und lässt sich von Tauchboot-Pilot und -Erbauer Jürgen Schauer alles ganz genau erklären, fragt mehrfach nach. Schauer erzählt begeistert vom Quastenflosser, den man lange für seit 60 Millionen Jahren ausgestorben hielt, der aber vor 80 Jahren vor der südafrikanischen Küste entdeckt und dem «Jago» auch schon auf der Spur war. Seine nächste Station ist Neuseeland. Als Geschenk hatte Geomar für die Königin ein Objekt ihrer Forschung parat - eine Manganknolle.

Da waren die Präsente der Politiker natürlich ganz anderer Art: Von Schlie bekam Margrethe eine Erstausgabe von Klaus Groths Buch «Quickborn» (1856), von Günther gleich zwei Werke des schleswig-holsteinischen Ehrenbürgers Armin Mueller-Stahl: Das Bild «Er flog hoch auf der Stadt» und das Buch «Der wien Vogel fliegen kann.»

Nach dem großen Bahnhof am Vortag in Flensburg hielt sich das Interesse der Kieler am Königin-Besuch stark in Grenzen. Vor dem Landtag winkten Schüler zur Begrüßung mit Dänemark-Wimpeln der Königin zu, ansonsten hatten sich kaum Schaulustige ins Regierungsviertel verirrt. Dort bekannte Günther auf Journalistenfragen, dass er sich schon auf die protokollarischen Zwänge bei einem königlichen Besuch vorbereitet habe, und: «Sie ist ja glücklicherweise im Umgang sehr locker». Am Abend wurden Margrethe und auch Günther zu einem Festabend in einer dänischen Schule in Schleswig erwartet.

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