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Schärfere Coronalage in Flensburg, Wesselburen und Rendsburg

27.09.2020 - Die Corona-Lage hat sich in Schleswig-Holstein insbesondere in drei Städten verschärft: in Flensburg, Rendsburg und der Kleinstadt Wesselburen im Kreis Dithmarschen. Die Behörden reagierten am Wochenende mit Massentests, in Rendsburg zudem mit härteren Auflagen.

  • Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Verschärfte Corona-Probleme haben am Wochenende in Schleswig-Holstein den Behörden vor allem in den Städten Flensburg, Rendsburg und in der Kleinstadt Wesselburen (Kreis Dithmarschen) zu schaffen gemacht. In Flensburg wurden am Sonntag mehrere Schulklassen auf einem Parkplatz auf Corona getestet - insgesamt rund 160 Menschen.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde verschärfte am Sonntag seine Corona-Auflagen - speziell für die Stadt Rendsburg etwa die Vorgaben fürs Maskentragen und Lüften in Schulen (bis 2. Oktober) sowie für den gesamten Kreis (bis 11. Oktober) mit strengeren Dokumentationspflichten für private Veranstaltungen mit 50 oder mehr Menschen. «Die Einführung einer Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch im öffentlichen Raum wurde von uns zwar geprüft, allerdings vorerst zurückgestellt», hieß es.

Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) rief auf Facebook dazu auf, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten und gerade jetzt mitzuhelfen, weitere Infektionen zu vermeiden. «Die kommenden Tage sind entscheidend, ob wir uns kommunal einschränken müssen.»

Hintergrund des Flensburger Massentests, für den die Kassenärztliche Vereinigung ihr mobiles Testzentrum zur Verfügung stellte, sind die gestiegenen Corona-Zahlen in Flensburg. Die Förde-Stadt hat zurzeit die größte Corona-Belastung in Schleswig-Holstein unter den vier kreisfreien Städten und den elf Kreisen.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) lag Stand Sonntag 00.00 Uhr die 7-Tage-Inzidenz berechnet auf 100 000 Einwohner bei 29,0. Ein Sprecher der Stadt sagte, die Stadt habe 26 neue Corona-Fälle in den vergangenen sieben Tagen registriert. Alle Fälle gingen auf eine große private Feier vergangene Woche in Dänemark zurück, an der auch viele Gäste aus Flensburg teilgenommen hätten. Es seien auch Schulkinder betroffen, weshalb jetzt ganze Klassen getestet würden. Neben dem Massentest am Sonntag sollte voraussichtlich noch eine weitere Testung am Dienstag erfolgen.

In Wesselburen nahe St. Peter-Ording wurden nach einem Bericht des «Schleswig-Holstein Magazin» des NDR mehrere Corona-Fälle in einem Viertel festgestellt. Dort sollen dem TV-Bericht zufolge demnächst ganze Straßenzüge getestet werden. Solche Tests wären freiwillig, sagte Renate Agnes Dümchen, die den Geschäftsbereich Familie, Soziales, Gesundheit beim Kreis Dithmarschen leitet, in dem TV-Bericht. Am Sonntag sagte sie ergänzend der dpa, für die angestrebten Quartierstestungen seien Vorbereitungen und Testbuskapazitäten notwendig. «Und das gilt es abzustimmen.»

28 Corona-Fälle zählte das Gesundheitsamt im Kreis Dithmarschen in dieser Woche in Wesselburen. Allein am Samstag waren vier Fälle hinzugekommen. Die Kleinstadt hat nur rund 3400 Einwohner. Die 7-Tage-Inzidenz des gesamten Kreises Dithmarschen mit 133 000 Einwohnern betrug laut RKI Stand Sonntag 00.00 Uhr 22,5 Fälle berechnet auf 100 000 Bewohner.

Besonders problematisch für das Gesundheitsamt sind dem Fernsehbericht zufolge die Wohnverhältnisse einiger Familien, die teils vor Jahren aus Osteuropa nach Wesselburen gekommen sind. Sie leben laut NDR teilweise auf engstem Raum zusammen - nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein mit Dutzenden in einem Haus. Das Gesundheitsamt gehe davon aus, dass auch das zu der starken Verbreitung geführt habe. «Hier haben wir einen Kulturraum, wo Großfamilie intensiv gelebt wird, und da ist natürlich die Enge des Zusammenlebens mehr gegeben als in unserer tradierten Welt der deutschen ländlichen Bevölkerung», sagte Dümchen.

Bereits am Freitag wurden 180 Schüler und Lehrer sowie Kontaktpersonen der nach mehreren Corona-Fällen bis auf weiteres komplett geschlossenen Rendsburger Altstadtschule getestet. Wie eine Kreissprecherin am Sonntag mitteilte, kamen zu ursprünglich elf akuten Corona-Fällen bis Freitag 11.00 Uhr fünf weitere hinzu. Alle Personen seien Familienmitglieder eines infizierten Kindes der sechsten Klasse der Altstadtschule. Ein Großteil der Ergebnisse der am Freitag Getesteten liege dem Gesundheitsamt inzwischen vor. «Glücklicherweise kamen keine Neuinfizierten hinzu.»

Flensburgs Oberbürgermeisterin Lange schrieb am Samstag auf Facebook: «Wir haben es über Monate geschafft, das Virusgeschehen stark einzudämmen, phasenweise hatten wir gar keine neuen Infektionen. Nun steigen die Infektionen deutlich, zurückzuführen sind sie aktuell auf Reiserückkehrer*innen und eine Familienfeier.»

Innerhalb eines Tages gab es in Schleswig-Holstein 15 bestätigte Neuinfektionen. Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie im Norden erhöhte sich damit Stand Samstagabend auf 4671, wie aus den von der Landesregierung im Internet veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Am Freitag waren 53 Neuinfektionen gezählt worden. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein gestorben sind, blieb bei 161.

In Krankenhäusern wurden am Samstag wie am Vortag 13 Corona-Patienten behandelt. Von allen seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 4100 als genesen.

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