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Messerattacke in Boostedt: Anklage will vier Jahre Haft

06.03.2019 - Im Fernsehen lief ein Weltmeisterschaftsspiel. Nach ersten Rangeleien flogen dann zwischen iranischen und afghanischen Flüchtlingen die Fäuste. Schließlich soll ein Iraner zugestochen haben. Jetzt gab es am Kieler Landgericht die Plädoyers.

  • Die Statue Justitia. Foto: Peter Steffen/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Statue Justitia. Foto: Peter Steffen/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kiel (dpa/lno) - Im Prozess um eine Messerattacke im Flüchtlingsheim Boostedt hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch vier Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Anklagevertreterin Hanna Schmücker-Borgwardt sah es vor dem Kieler Landgericht als erwiesen an, dass der 33 Jahre alte Iraner mehrfach von hinten auf einen Afghanen einstach und einen weiteren, der ihn vom Opfer wegzog, am Kinn verletzte. Er habe sich damit des versuchten Totschlags in minder schwerem Fall und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, sagte die Staatsanwältin.

Zu dem Messerangriff kam es am Rande des Weltmeisterschafts-Fußballspiels zwischen Iran und Spanien im Juni 2018, als anfängliche Rangeleien zu einer Massenschlägerei mit über 100 Teilnehmern eskalierten. Der Angeklagte wird der Staatsanwältin zufolge durch glaubwürdige Aussagen mehrerer Augenzeugen belastet, die ihn als Messerstecher identifizierten. Der 33-Jährige bestritt im Verfahren die Tat. Er habe das blutige Tatmesser nur aufgehoben und dann Polizeibeamten ausgehändigt, sagte er. Diese Darstellung glaubte ihm die Anklägerin nicht.

Dagegen forderte Verteidiger Markus Chilkott Freispruch. Die Angaben seines Mandanten seien nicht widerlegbar und an den Aussagen der Belastungszeugen bestünden so gewichtige Zweifel, dass eine Verurteilung darauf nicht gestützt werden könne. Das Urteil soll am kommenden Freitag um 1100 Uhr verkündet werden.

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