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Musiker Stoppok: Erst Shitstorm, dann Jubel

16.02.2020 - Hamburg (dpa) - Erst hat Sänger und Songwriter Stoppok (63) einen Shitstorm kassiert, nun kann er jubeln. Mit seinem 18. Studioalbum «Jubel» schaffte er es auf Position vier der Charts, es ist der höchste Charts-Einstieg seiner vier Jahrzehnte umspannenden Karriere und sein Debüt in den Top Ten. «Erst als der Titel schon stand, ist mir eingefallen, dass es 40 Jahre seit meiner ersten Platten-Veröffentlichung sind», sagte Stoppok der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. «Ich hatte mit dem Albumtitel eigentlich nur im Sinn, dass ich für mich wirklich jubeln kann: Ich mache das, was ich liebe, bin kreativ und unabhängig von musikalischen und gesellschaftlichen Strömungen. Es gibt keine Einbrüche. Da muss man sich auch mal selbst bejubeln!»

  • Musiker Stefan Stoppok auf einem Konzert. Foto: Christophe Gateau/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Musiker Stefan Stoppok auf einem Konzert. Foto: Christophe Gateau/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Für seine Vorab-Single «Lass sie rein» hatte der in Hamburg geborene und in Essen aufgewachsene Künstler einen Shitstorm auf YouTube kassiert: Song und Video sind ein Statement für die Seenotrettung im Mittelmeer. Die Zeile sei ihm wie alle seine Songs «zugeflogen». «Ich hatte dieses Bild im Kopf: Wenn ich sehe, da sterben welche, diskutiere ich in dieser Situation doch nicht, wen ich reinlasse und wen nicht. Dann schreie ich doch von hinten nach vorn: »Lass sie alle rein!« Und dann gucken wir weiter. Das war die Geschichte», meint Stoppok, den die Heftigkeit der Reaktionen aus dem rechten Lager dann doch überrascht hat: «Wenn ich als Künstler einen Song nicht mehr mache, weil ich Angst vor der Reaktion habe, dann ist Deutschland wirklich verloren. Deswegen war irgendwann klar: Ich muss das machen, es riskieren.»

Ab 4. März ist Stoppok auf ausgedehnter «Jubel»-Tour, mit Band wird er dann unter anderem in Berlin, München, Frankfurt, Köln und Hamburg auftreten.

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