Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Mutmaßlicher Verfasser von Bombendrohungen aus dem Norden

05.04.2019 - Bombendrohungen am laufenden Band: In Schleswig-Holstein waren alle Landgerichte betroffen, der Lübecker Bahnhof auch, die Rathäuser in Flensburg und Rendsburg ebenfalls. Bundesweit gingen immer wieder Drohschreiben ein. Der Verfasser soll aus dem Kreis Pinneberg kommen.

  • Ein Streifenwagen der Polizei im Einsatz. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Streifenwagen der Polizei im Einsatz. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin/Kiel (dpa/lno) - Hinter einer bundesweiten Serie von Drohschreiben mit rechtsextremem Hintergrund an Behörden und andere Einrichtungen soll ein Schleswig-Holsteiner stehen. Staatsanwaltschaft und Polizei in Berlin teilten am Freitag mit, der Mann stehe im Verdacht, Verfasser zahlreicher Mails mit Bombendrohungen zu sein. Im Norden waren die Landgerichte Kiel, Lübeck, Flensburg und Itzehoe ebenso betroffen wie das Hamburger Hotel «Atlantic», die Rathäuser in Flensburg und Rendsburg sowie der Lübecker Hauptbahnhof. Die Gebäude wurden geräumt. Schlimmes geschah nirgends, Sprengkörper wurden nicht gefunden.

Bei Behörden in ganz Deutschland waren mehr als 200 Mails mit massiven Drohungen eingegangen. Unterschrieben waren sie mit «NSU 2.0» oder «Nationalsozialistische Offensive». Dem nun ermittelten Verdächtigen ordnet die Polizei zumindest einen Teil der Mails zu.

Kriminalpolizisten aus Berlin und Schleswig-Holstein durchsuchten am Donnerstagnachmittag die Wohnung des Verdächtigen in Schleswig-Holstein und stellten Beweismittel sicher, wie mitgeteilt wurde. Nach Informationen von NDR und «Hamburger Abendblatt» soll die Wohnung in Halstenbek (Kreis Pinneberg) wenige Kilometer nordwestlich von Hamburg liegen. Die Polizei nahm demnach unter anderem Computer und Handys mit. Das bestätigten die Ermittler in Berlin und Kiel nicht. Bürgermeister Claudius von Rüden sagte der Deutschen Presse-Agentur aber: «Es gab im Zusammenhang mit den Drohschreiben polizeiliche Maßnahmen in Halstenbek». Polizei und Staatsanwaltschaft in Schleswig-Holstein gaben unter Hinweis auf die Zuständigkeit der Berliner Staatsanwaltschaft keine Auskünfte.

Der Verdächtige wurde nicht festgenommen. Es gehe um einen «Anfangsverdacht» in einem sehr großen Ermittlungskomplex mit mehr als 200 Mails, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Berlin. Weder das Alter noch die Staatsangehörigkeit des Verdächtigen wurden mitgeteilt. Es gehe um die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten, hieß es weiter.

Nach Informationen des NDR soll der Mann Anfang 30 sein und die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Er sei der Polizei oder dem Verfassungsschutz bereits einschlägig bekannt. Laut dem ARD- Hauptstadtstudio soll eine Kette von Indizien die Polizei zu ihm geführt haben. Der Verdächtige soll psychisch labil sein.

Die Mails, die seit April 2018 verschickt wurden, seien unter anderem mit «Nationalsozialistische Offensive» unterzeichnet gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Sie gingen demnach an Behörden in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt federführend. Beteiligt war auch das Bundeskriminalamt.

Ob die komplette Serie aller Drohungen aus den Jahren 2018 und 2019, die bei Finanzämtern, Rathäusern, Anwaltskanzleien, Verlagen und einzelnen Politikern in ganz Deutschland eingingen, auf das Konto des Verdächtigen gehen könnte, soll mit Hilfe der beschlagnahmten Beweise untersucht werden. Daraus ergebe sich, «ob sich der Tatverdacht gegen den Beschuldigten erhärten lässt», hieß es.

Unterzeichnet wurden weitere Mails zum Teil auch mit «Wehrmacht» oder «RAF». Betroffen waren öffentliche Einrichtungen auch in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und im Saarland. Gedroht wurde mit Bomben oder - wie im Fall der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Linke) - damit, «Bürger auf offener Straße zu exekutieren».

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren