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Nach Sommerferien wieder regulärer Schulunterricht im Norden

23.06.2020 - Im neuen Schuljahr findet in Schleswig-Holstein wieder regulärer Unterricht statt. Es wird aber geschlossene Lerngruppen geben. Bildungsministerin Prien spricht von einem Corona-Regelbetrieb.

  • Ein Schüler meldet sich im Unterricht. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Schüler meldet sich im Unterricht. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zum Schulstart am 10. August kehren Schleswig-Holsteins Schulen wieder zum regulären Unterricht zurück - allerdings unter Corona-Bedingungen. In allen Schularten und Jahrgängen finde dann wieder Unterricht nach der Stundentafel statt, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Dienstag. «Das kommende Schuljahr wird zum Schuljahr im Corona-Regelbetrieb.» Den Schülern soll das Erreichen aller Abschlüsse ermöglicht werden.

Das Kabinett beschloss am Dienstag das von Prien vorgelegte Rahmenkonzept. Die Ministerin setzt angesichts der Corona-Pandemie auf geschlossene Lerngruppen. Das sogenannte Kohortenprinzip gilt für alle Jahrgangsstufen. Es werde aber Einschränkungen geben. An den Grundschulen werde im Klassenverband unterrichtet, an den weiterführenden Schulen finde soviel Unterricht wie möglich in kleinen Gruppen statt. «Die Schülerinnen und Schüler im Land brauchen dringend wieder regulären Unterricht», sagte Prien. «Denn Schule ist viel mehr als ein Ort der Wissensvermittlung.»

Die Landesregierung schlägt dem Finanzausschuss des Landtags zudem vor, zehn Millionen Euro zusätzlich für zusätzliches Personal an den Schulen bereitzustellen. Diese Kräfte sollen bei der pädagogischen Umsetzung der Digitalisierung helfen und zum Aufholen von Lernrückständen zur Verfügung stehen. Zudem fehlen 1600 Lehrer (sechs Prozent) im Unterricht, die zu den Risikogruppen gehören.

Auch Klassenfahrten sind grundsätzlich möglich. Sie müssen allerdings mit Eltern und Lehren abgesprochen sein. Zudem müssen die Reisen storniert werden können. Für 4500 Schüler im Land findet im Rahmen des Lernsommers an 146 Schulen bereits Unterricht in einem Teil der Sommerferien statt. Mehr als 600 Lehrer sollen ihnen dabei vor allem an Grund- und Gemeinschaftsschulen helfen, Rückstände aufzuholen.

Experten aus der Wissenschaft unterstützen den Kurs der Landesregierung. Zwar gebe es eine «hohe Chance» auf regionale Ausbrüche des neuartigen Coronavirus, sagte der Chef der Pneumologie an der Lungenclinic Großhansdorf, Klaus Rabe. Das Konzept sei aber ein vernünftiger Kompromiss. «100 Prozent sicher ist es nicht, aber es ist sicher genug.» Schleswig-Holstein sei gut vorbereitet auf begrenzte Ausbrüche an Schulen.

Die Schule vermittele mehr als bloßes Faktenwissen, sagte die Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Kieler Uniklinikum, Kamila Jauch-Chara. «Die Schule prägt neben der kognitiven insbesondere die soziale und die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler.» Gerade im Kindes- und Jugendalter spielten die in der Schule besonders repräsentierten Beziehungen zu Gleichaltrigen eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden.

Der Direktor der Kieler Instituts für Klinische Molekularbiologie, Philip Rosenstiel, verwies darauf, dass die Infektionszahlen trotz Rückkehr der Touristen und die bereits erfolgte teilweise Öffnung der Schulen nicht gestiegen seien.

Der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat betonte, die Zeit des Lockdowns habe Spuren hinterlassen. «Für das Schuljahr 2020/21 muss es Kürzungen in den Lehrplänen geben, um Raum für Offengebliebenes aus dem Schuljahr 2019/20 zu schaffen.» Es müsse sichergestellt sein, dass alle Schüler Phasen des Fernunterrichts wahrnehmen können. «Dazu gehört, sie gegebenenfalls mit Leihgeräten auszustatten und sicherzustellen, dass sie auch ins Internet kommen.»

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