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Naturschützer bangen um Meerforelle

27.04.2020 - Ein Defekt an ener Schleuse in Hamburg-Duvenstedt hat eine Flutwelle ausgelöst und Schlamm auf die Kiesbetten unterhalb der Schleuse gespült. Die sich erst seit kurzem wieder in der Alster etablierende Meerforelle legt hier ihre Eier ab. Naturschützer machen sich Sorgen.

  • Eine Absperrbake für Wassersportler sowie Äste und Büsche bedecken den Grund der Alster vor der Wohldorfer Schleuse in Hamburg-Duvenstedt. Foto: Hans-Jürgen Ehlers/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Absperrbake für Wassersportler sowie Äste und Büsche bedecken den Grund der Alster vor der Wohldorfer Schleuse in Hamburg-Duvenstedt. Foto: Hans-Jürgen Ehlers/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Weil an der Wohldorfer Alster-Schleuse in Hamburg-Duvenstedt die Wehrklappe havariert ist, befürchten Angler und Naturschützer negative Auswirkungen auf die laufende Wiederansiedlung der Meerforelle in der Alster. «Nach Augenzeugenberichten von Anwohnern ist das Wasser oberhalb der Schleuse im Schwall abgeflossen und hat eine erhebliche Menge Schlamm mitgespült», erklärte Martin Liebetanz-Vahldiek von der Hamburger Fischereibehörde. Es sei vorläufig davon auszugehen, dass der Schlamm die Kiesbetten unterhalb der Schleuse bedecke.

«Das ist eine Katastrophe, weil diese Kiesbetten von Meerforellen als Laichbetten genutzt werden», sagte Frank Schlichting vom Anglerverein «Alster», der sich nach eigenen Angaben seit mehr als zehn Jahren für die Wiedereinbürgerung der Meerforelle in der Alster einsetzt. Ein ganzer Meerforellenjahrgang sei durch den Vorfall an der Schleuse vernichtet worden.

Die Meerforelle nutzt die Kiesbetten, um hier ihre Eier abzulegen. Entscheidend sei, so Naturschützer Schlichting, dass die Kiesbetten immer von frischem Wasser durchströmt werden. Die Fische schlagen mit ihren Schwanzflossen so genannte Laichgruben in den Kies, in die sie dann ihre Eier hineinlegen. Auch die nach mehreren Wochen geschlüpften Jungforellen halten sich dann noch einige Wochen im lockeren Kies auf, bis sie vollkommen schwimmfähig sind.

Ende November wurde erstmals seit mehr als 100 Jahren in der Alster eine ausgewachsene Meerforelle nachgewiesen. Angler haben bei Kontrollen im Dezember zehn weitere ausgewachsene Meerforellen in der Alster bei Poppenbüttel und Wellingsbüttel entdeckt. Schlichting setzt mit seinem Verein nach eigenen Angaben im Schnitt 25 000 Brütlinge pro Jahr in Nebenbächen der Alster aus, um die Meerforelle hier wieder zu etablieren. Seit 2018 wird das mit bis zu 5000 Euro durch die Stadt Hamburg gefördert.

Wegen des geringen Wasserstandes können zudem auch Kanufahrer den Gewässerabschnitt derzeit nicht befahren, wie das Bezirksamt Wandsbek mitteilte.

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