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Neue Korvetten für Deutsche Marine: Kiellegung in Wolgast

25.04.2019 - Die Deutsche Marine erhält ab 2022 fünf weitere Korvetten der Klasse K130. Die erste liegt jetzt in der Peene-Werft Wolgast auf Kiel. Dort soll in vier bis sechs Wochen die Kurzarbeit enden, zu der die Werft wegen des Rüstungsexportstopps für Saudi-Arabien gezwungen war.

  • Die Korvette «Oldenburg» der Deutschen Marine liegt auf der Peene-Werft. Foto: Stefan Sauer/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Korvette «Oldenburg» der Deutschen Marine liegt auf der Peene-Werft. Foto: Stefan Sauer/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wolgast (dpa) - Die Deutsche Marine soll schnell moderner werden: Auf der Peene-Werft Wolgast ist die erste von fünf Korvetten einer neuen Serie der K130-Klasse auf Kiel gelegt worden. Der Montagebeginn des Schiffsrumpfs wurde am Donnerstag mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf der zur Lürssen-Gruppe gehörenden Werft gefeiert. «Die Deutsche Marine braucht die Korvetten dringend», sagte die Ministerin. «Wenn wir Soldaten in gefährliche Einsätze schicken, müssen sie optimal und modern ausgestattet sein.» Die Korvetten der ersten Serie hätten sich bewährt - im Mittelmeer, bei Nato-Einsätzen und Übungen.

Zugleich verkündete von der Leyen eine nach ihren Worten zweite gute Nachricht für die Marine: Die erste lange ersehnte Fregatte 125 von ThyssenKrupp Marine Systems und der Lürssen-Gruppe werde Anfang Juni in Dienst gestellt. Für die Peene-Werft war die beste Nachricht das von Gesellschafter Friedrich Lürßen angekündigte Ende der Kurzarbeit Ende Mai/Anfang Juni.

Beim Bau der fünf neuen Korvetten hat die Lürssen-Werft Bremen die Federführung. Auftragnehmer ist eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE K130), mit Lürssen und den Unternehmen Thyssenkrupp Marine Systems und German Naval Yards. Die Schiffe werden in Bremen, Wolgast, Kiel und Hamburg gefertigt. In Wolgast werden die sogenannten Hinterschiffe gebaut, die in Hamburg mit den Vorschiffen aus Bremen und Kiel beim «Hochzeitsstoß» vereinigt werden. Von 2022 an soll etwa jährlich ein Boot ausgeliefert werden. Nach einer Erprobungszeit werden die Soldaten von der Leyen zufolge von 2024 an damit in See stechen. Heimathafen wird Rostock-Warnemünde sein. Der Auftrag habe samt Waffensystemen ein Gesamtvolumen von mehr als 2,5 Milliarden Euro.

Für die von Kurzarbeit betroffene Peene-Werft ist der Auftrag ein Lichtblick, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte. Die Werft musste nach dem Rüstungsexportstopp für Saudi-Arabien im Dezember 2018 einen Teil der 300 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, weil sie an einem Auftrag für Patrouillenboote nicht weiterarbeiten konnte. Um die Auslastung der Peene-Werft zu erhöhen, wurde deshalb nach Angaben von Friedrich Lürßen der Bau einer Explorer-Yacht nach Wolgast verlagert. Über den Exportstopp äußerte er sich enttäuscht.

Die Küstenschutzboote könnten aber für deutsche Behörden umgebaut werden. Die Klimaanlage zu einer - bisher fehlenden - Heizung umzubauen, sei kein «Hexenwerk», sagte Lürßen. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) plädierte ebenfalls dafür, die fertiggestellten Schiffe für Saudi-Arabien auf solch einen Standard zu bringen, dass sie deutschen Behörden zur Verfügung gestellt werden könnten.

Mit der Kiellegung folgte die Lürssen-Werft einer jahrhundertalten Tradition, um Boot und Besatzung allzeit gute Fahrt zu wünschen. Die prominenten Gäste, aber auch eine junge Peene-Werkerin nagelten zwei kleine Messingschilder mit dazwischengelegten Münzen auf ein Holzbrett.

Von der Leyen hatte das Nageln offensichtlich nicht geübt: Sie schlug zwei Nägel krumm. Einen guten Eindruck hinterließ sie in Mecklenburg-Vorpommern dennoch, schließlich kündigte sie für die nächsten Jahre Investitionen von 320 Millionen Euro in Standorte sowie mehr als 600 neue Dienstposten für das Bundesland an. Die Truppe modernisiere sich in schnellem Tempo: wöchentlich komme ein Panzer oder gepanzertes Fahrzeug hinzu, monatlich ein Hubschrauber oder Flugzeug und jährlich ein Marineschiff.

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