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Nord-SPD für 30-Stunden Woche mit vollem Lohnausgleich

31.05.2020 - 30-Stunden-Woche bei vollem Personal- und Lohnausgleich: Die Nord-SPD sieht in der Corona-Krise die Chance für den Wandel und Fortschritte in der Arbeitswelt - etwa ein Recht auf Homeoffice und ein Recht auf Nicht-Erreichbarkeit. Die FDP sieht die SPD auf Linken-Kurs.

  • Serpil Midyatli sitzt auf einem SPD-Bundesparteitag. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Serpil Midyatli sitzt auf einem SPD-Bundesparteitag. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die schleswig-holsteinische SPD strebt als politisches Ziel die 30-Stunden-Woche bei vollem Personal- und Lohnausgleich an. Einen entsprechenden Antrag beschloss der Landesvorstand am Samstag in Kiel. «Die Produktivität steigt und mit ihr die Belastung der Menschen. Wir sind deshalb der Meinung, dass 30 Stunden Arbeit in der Woche genug sind», heißt es in dem Text, der bei der FDP am Sonntag auf Kritik stieß: «Die Nord-SPD will nun offenbar die in Schleswig-Holstein völlig unbedeutende Linke ersetzen - schade eigentlich», twitterte FDP-Fraktionschef Christopher Vogt.

Die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli betonte, man wolle den Wandel der Arbeitswelt nutzen, um weitere Fortschritte bei den Arbeitsbedingungen zu erreichen. So setze sich die SPD auch für ein Recht auf Homeoffice ein. Zugleich müssten Schutzmechanismen geschaffen werden, damit nicht rund um die Uhr gearbeitet werde. «Deshalb wollen wir zusätzlich ein Recht auf Nicht-Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeiten verankern.»

In Neuseeland und Kanada gebe es aktuell Debatten über die Einführung der Vier-Tage-Woche, sagte Midyatli. Dort werde der Vorschlag vor allem unter dem Gesichtspunkt diskutiert, den Binnentourismus in der Corona-Krise zu stärken. «Das ist auch eine interessante Perspektive für Schleswig-Holstein als Urlaubsland», sagte die SPD-Politikerin.

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