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Norddeutschen steht weitere Woche mit Auflagen bevor

06.04.2020 - Die meisten Norddeutschen halten sich auch bei schönem Wetter an die Corona-Auflagen. Seit dem Wochenende werden aber auch Bußgelder verhängt.

  • Ungenutzte Strandkörbe am Nordseestrand in Ording. Foto: Carsten Rehder/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ungenutzte Strandkörbe am Nordseestrand in Ording. Foto: Carsten Rehder/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Den Menschen in Norddeutschland steht wegen der Corona-Pandemie eine weitere Woche mit Auflagen bevor. Am Wochenende hatten sich die meisten Menschen an die Corona-Auflagen gehalten - es gab aber auch Unvernünftige. «Das ist alles überschaubar, die Menschen halten sich an die Regeln», sagte ein Polizeisprecher am Sonntag in Kiel. Lediglich an den Landesgrenzen zu Hamburg kontrollierte die Polizei etliche Fahrzeuge und schickte viele Ausflügler wieder heim. Sie überprüften das Einreiseverbot für Touristen, das das Land Schleswig-Holstein verhängt hat.

Wegen der Pandemie herrscht vorerst bis 19. April ein Einreiseverbot nach Schleswig-Holstein für Touristen, Tagesausflügler und Zweitwohnungsbesitzer. Dies gilt zudem für Einreisen zu Freizeit- oder Fortbildungszwecken oder aufschiebbare Maßnahmen der medizinischen Versorgung, Vorsorge oder Rehabilitation. Am Freitag hatte das Landeskabinett in Kiel einen Bußgeldkatalog beschlossen. Einreise-Verstöße kann die Polizei mit 150 bis 500 Euro ahnden.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) äußerte sich kritisch zu den Kontrollen. «Das ist eine eigenständige Dimension, diese Psychologie, dass in der Krise plötzlich Kleinstaaterei beginnt», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Montag). Die Bundesländer im Norden würden sehr partnerschaftlich zusammenarbeiten, das müsse so bleiben.

Er habe mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) über die Vorfälle in einigen Landkreisen gesprochen - und man sei sich einig gewesen, dass das nicht sein solle. «Aber Psychologie ist komplex und natürlich finden Hamburger es nicht gut, wenn es plötzlich heißt: Ihr überlauft unsere Kurorte, ihr seid ein Problem», sagte er. «Deshalb ist es wichtig, auf den rationalen Grund zu verweisen: Wir müssen unnötige Reisen verhindern, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.»

Unterdessen ist die Zahl der in Schleswig-Holstein bestätigten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 auf 1638 gestiegen (Stand 5.4. 9.30 Uhr). Damit wurden bis Samstagabend 70 Fälle mehr erfasst als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle blieb gleich bei 17. Die Stadt Flensburg teilte am Sonntag aber bereits mit, dass es einen ersten Todesfall aus Flensburg in Zusammenhang mit Covid-19 gibt. Es handelt sich um einen älteren Patienten mit Vorerkrankungen, der am Samstag in einem Krankenhaus im Kreis Rendsburg-Eckernförde gestorben ist.

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