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Pilotengewerkschaft berät nach Ryanair-Streik Vorgehen

11.08.2018 - Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem 24-Stunden-Streik beim irischen Billigflieger Ryanair berät die deutsche Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) das weitere Vorgehen in dem Tarifkonflikt. Der am Freitag gestartete Arbeitskampf sollte am Samstagmorgen um 02.59 Uhr beendet und nicht verlängert werden, wie die Gewerkschaft mitteilte. Ein VC-Sprecher hatte zuvor erklärt, «wir hoffen, dass Ryanair unser Signal verstanden hat und dann zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist.» Weitere Streiks wollte die Gewerkschaft nicht ausschließen.

  • Ingolf Schumacher (r), Vorsitzer Tarifpolitik Vereinigung Cockpit und Janis Schmitt geben ein Statement vor der Presse ab. Foto: Silas Stein © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ingolf Schumacher (r), Vorsitzer Tarifpolitik Vereinigung Cockpit und Janis Schmitt geben ein Statement vor der Presse ab. Foto: Silas Stein © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die 24-stündige, abgestimmte Aktion war der bisher größte Pilotenstreik in der Geschichte der größten Billig-Airline Europas. Mitten in der Urlaubszeit mussten die Iren am Freitag jeden sechsten Flug ihres europaweiten Tagesprogramms absagen und damit rund 55 000 Passagiere enttäuschen. Auf Deutschland entfielen 250 von 400 gestrichenen Verbindungen. Auch in Schweden, Irland, Belgien und den Niederlanden hatten Piloten ihre Arbeit niedergelegt, um bessere Arbeitsbedingungen zu erstreiten. Das Unternehmen teilte mit, dass trotz der Streiks am Freitag europaweit rund 2000 Flüge stattfänden, rund 85 Prozent des ursprünglichen Flugplans.

Gewerkschaften und Ryanair beschuldigen sich gegenseitig, die seit rund sechs Monaten laufenden Verhandlungen zu blockieren. Die VC will bei der Airline erstmals ein System aus Vergütungs- und Manteltarifvertrag etablieren und zieht zum Vergleich Konkurrenten heran. Ryanair verweist auf relativ hohe Endgehälter ihrer Kapitäne und Copiloten, die über dem Niveau von der Billig-Airlines Eurowings oder Norwegian lägen. Das Unternehmen will keine Vereinbarungen treffen, die sein Niedrigkostenkonzept in Frage stellen würden.

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