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Prostituierte überfallen: Geständnis im Prozess

21.07.2020 - Das Trio soll Prostituierte überfallen haben, um sie auszurauben. Als einer das Opfer sexuell missbraucht, wird es seinen Komplizen zuviel: «Das war nicht der Plan.»

  • Mit einer Schutzmaske und in Handschellen wird ein 29 Jahre alter Angeklagte zum Auftakt im Prozess gegen drei Männer wegen versuchten schweren Raubs und Vergewaltigung von Prostituierten in Flensburg in den Gerichtssaal geführt....

    Mit einer Schutzmaske und in Handschellen wird ein 29 Jahre alter Angeklagte zum Auftakt im Prozess gegen drei Männer wegen versuchten schweren Raubs und Vergewaltigung von Prostituierten in Flensburg in den Gerichtssaal geführt. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit vorgehaltener Waffe sollen sie Prostituierte in Flensburg überfallen, ausgeraubt und einmal auch zum Sex gezwungen haben. Mit dem Geständnis eines der Angeklagten hat am Dienstag vor dem Landgericht Flensburg der Prozess gegen zwei rumänische Staatsangehörige und einen bulgarischen Komplizen begonnen. Laut Staatsanwaltschaft drangen die Männer im Dezember 2019 in drei Fällen in wechselnder Beteiligung gewaltsam in sogenannte Modellwohnungen in Flensburg ein. Jedes Mal bedrohten sie dort die Prostituierten mit einer geladenen Schreckschusspistole und forderten die Herausgabe von Wertgegenständen. Zweimal blieb es beim Versuch, weil ihre Opfer laut um Hilfe schrien.

Den ersten Überfall habe er mit seinem Freund Catalin D. alleine verübt, sagte der angeklagte Radoslav M., ein 18 Jahre alter Bulgare. Er habe den 19-Jährigen erst wenige Monate gekannt, aber «wir waren wie Brüder». Am 9. Dezember hätten sie wieder einmal gemeinsam Marihuana geraucht, aber kein Geld für neue Drogen besessen. Daraufhin hätten sie geplant, eine Prostituierte in einem Privat-Appartement auszurauben.

«Wer die Idee hatte, weiß ich nicht», sagte Radoslav M. Eine passende Adresse hätten sie sich aus dem Internet besorgt. Der Freund habe zuvor noch eine Schreckschusspistole von zuhause besorgt - «ich dachte, es sei eine echte» - dann seien sie gestartet.

Doch der Überfall misslang. Das Duo flüchtete ohne Beute, als ihr Opfer zu schreien begann. Vier Tage später dann die zweite Tat: Diesmal seien sie zu viert gewesen, sagte Radoslav: Neben dem Duo ein bislang unbekannt gebliebener «Georgi» als Chauffeur und der 29 Jahre alte Rumäne Stefan S., der in Untersuchungshaft sitzt. In seinem Fall will das Gericht bei einem Schuldspruch auch die Verhängung einer Sicherungsverwahrung prüfen.

Stefan S. soll sich damals an der Prostituierten sexuell vergangen haben, bestätigte Radoslav Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Er habe den 29-Jährigen mit heruntergelassener Hose gesehen, und «die Frau weinte», erinnerte sich der 18-Jährige. «Das ist nicht gut, was wir hier machen», habe er zu seinem Freund Catalin gesagt. «Das war nicht der Plan.» Und Catalin habe dem zugestimmt. «Ja, lass uns gehen», habe er geantwortet.

Es ist der zweite Prozess-Anlauf. Ein erster am 10. Juni gestarteter Versuch mit zwei Berufsrichtern wurde ausgesetzt, da dem Angeklagten Stefan S. neben einem Schuldspruch zusätzlich die Anordnung einer anschließenden Sicherungsverwahrung droht. Dafür muss die Strafkammer neben zwei Schöffen mit drei Berufsrichtern verhandeln. Bislang sind zwölf Fortsetzungstermine anberaumt. Die Urteile werden frühestens Anfang Oktober erwartet.

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