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Prozess gegen Ex-Weißer-Ring-Chef: Vernehmung von Zeuginnen

09.09.2019 - Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe, doch Zeuginnen geben an, noch immer traumatisiert von seinen sexuellen Belästigungen zu sein. Im Prozess gegen den Ex-Chef des Weißen-Rings in Lübeck wurde der Angeklagte nun zeitweise ausgeschlossen.

  • Der Eingang zum Landgericht und Amtsgericht Lübeck. Foto: Malte Christians/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Eingang zum Landgericht und Amtsgericht Lübeck. Foto: Malte Christians/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Lübeck (dpa/lno) - Im Prozess gegen den ehemaligen Leiter des Weißen Rings in Lübeck hat das Amtsgericht den Angeklagten während der Vernehmung zweier Frauen zu mutmaßlichen sexuellen Belästigungen von der Verhandlung ausgeschlossen. In einem Fall mussten am Montag auch alle Zuschauer den Saal des Lübecker Gerichts verlassen. Damit sollte eine schwere gesundheitliche Beeinträchtigung und Retraumatisierung der Zeuginnen ausgeschlossen werden, sagte Richterin Andrea Schulz. Beide Frauen berichteten von Jahre zurückliegenden sexuellen Zudringlichkeiten durch den Angeklagten. Diese Vorwürfe sind aber nicht Gegenstand der Anklage.

Ursprünglich hatten 29 Frauen dem pensionierten Polizisten sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft erhob nur in vier Fällen Anklage. Davon ließ das Amtsgericht nur eine Anklage zu, in den drei anderen Fällen sah das Gericht keinen hinreichenden Tatverdacht. Der Angeklagte selbst bestreitet die Vorwürfe.

Eine der beiden Zeuginnen warf dem Angeklagten nach Angaben der Richterin vor, ihr während einer Autofahrt 2011 eindeutige Komplimente gemacht und sie unsittlich am bekleideten Oberschenkel angefasst zu haben. Die Zeugin, die nach eigenen Angaben als Kind missbraucht wurde, wandte sich unmittelbar nach dem Vorfall an den Frauennotruf, der ihr nach Angaben der Richterin inzwischen Hausverbot erteilt habe. Zudem schrieb sie Gewerkschaften, Lübecks damaligen Bürgermeister sowie mehrere Medien an. Die Polizei schaltete sie allerdings nicht ein, bemerkte der Verteidiger.

Die zweite Zeugin, ein Sachbearbeiterin des Landesbüros des Weißen Rings, schilderte, wie der Angeklagte während eines Seminars in Schwerin zudringlich geworden sei. Er habe sie ins Theater eingeladen und sei dazu extra angereist. Er habe sie geküsst und ihr direkt gesagt, er wolle mit ihr schlafen, sie habe sich geekelt und später Alpträume gehabt. Die strafrechtlichen Ermittlungen in diesem Fall wurden eingestellt. Die Frau leidet aber immer noch an den Folgen. Sie war damals gerade zwei Monate Witwe.

Der Prozess wird am 17. September fortgesetzt, möglicherweise mit den Plädoyers. Sie sind nicht-öffentlich. Die Urteilsverkündung ist am 23. September mit Öffentlichkeit geplant.

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