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Messerangriff auf Frau: Haft für Mordversuch gefordert

17.06.2019 - Maskiert läuft ein Mann an einem dunklen Herbstmorgen auf eine Frau in Hamburg-Winterhude zu und sticht sie nieder. Sie erfährt erst in der Klinik, dass ihr Ehemann der Angreifer war. Vor Gericht sind sich Staatsanwalt und Verteidiger nicht einig, ob es ein Mordversuch war.

  • Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Im Prozess um einen Messerüberfall auf eine Frau in Hamburg-Winterhude hat die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von sechs Jahren und neun Monaten für den Ehemann gefordert. Der Angeklagte habe sich des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, erklärte der Staatsanwalt am Montag. Der 42-Jährige habe sich am frühen Morgen des 24. November maskiert und von hinten seiner Frau genähert und sie mit einem Brotmesser angegriffen. Die ebenfalls 42 Jahre alte Security-Mitarbeiterin hatte nach einer Nachtschicht auf einer Baustelle am Leinpfad auf ihren Mann gewartet, der sie angeblich mit dem Auto abholen wollte.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wollte der Deutsche seine Frau wegen deren Scheidungsabsicht töten. Er habe versucht, ihr in den Hals zu stechen. Als sie den Angriff mit den Händen abwehrte, habe er der auf dem Boden liegenden Frau etwa zehn Stiche in den Rücken versetzt, bis die Klinge abbrach. Dann habe er ihren Kopf auf das Pflaster geschlagen. Nur dank der festen Kleidung an jenem kalten Herbsttag sei die Frau durch die Stiche nicht tödlich verletzt worden.

Der Verteidiger betonte, sein Mandant habe nicht heimtückisch gehandelt und seine Frau auch nicht schwer verletzt. Er sprach sich für eine Strafe von unter fünf Jahren Haft aus. Der Angeklagte hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt. In seinem letzten Wort entschuldigte er sich bei seiner Frau und sagte unter Tränen, er bereue die Tat zutiefst von ganzem Herzen. Seine Frau saß ihm dabei als Nebenklägerin gegenüber, ohne ihn anzusehen.

Nach übereinstimmenden Angaben der Prozessbeteiligten hatte es in der 2009 geschlossenen Ehe schon länger gekriselt. Vor allem der verhaltensauffällige gemeinsame Sohn habe die Beziehung belastet. Rund ein Jahr vor der Tat begann die Frau eine Affäre mit einem anderen Mann, von der ihr Ehemann schließlich erfuhr. Gut einen Monat vor der Tat vereinbarten sie die Trennung. Dennoch wohnte der Angeklagte weiter bei seiner Frau und schlief sogar im Ehebett.

Der Verteidiger betonte, sein nicht vorbestrafter und nicht gewalttätiger Mandant habe immer noch gehofft, seine Ehe retten zu können. Am späten Abend vor der Tat habe er seine Frau angerufen und sie gefragt, ob sie an der Scheidung festhalte. Sie habe ja gesagt. Damit sei seine letzte Hoffnung abrupt zerstört worden. «Ich glaube, dass ihm die Sicherungen durchgebrannt sind», sagte Anwalt Sascha Böttner.

Nach der Tat war der Angreifer geflüchtet, hatte sich umgezogen und war ein kleines Stück mit dem Auto gefahren. Seine Kleidung warf er in einen Mülleimer, was eine Zeugin beobachtete. Er rief seine Frau an, die ihm von dem Überfall erzählte. Daraufhin kehrte er zum Tatort zurück. Später nahm ihn die Polizei fest, als er seiner Frau Sachen ins Krankenhaus bringen wollte. Die Strafkammer am Landgericht will ihr Urteil am Mittwoch verkünden.

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