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Prozess um Mord von Rümpel: Sechs Jahre Haft gefordert

16.04.2020 - Ein 40-Jähriger gesteht, seine Ex-Freundin getötet zu haben. Im Prozess sagt er, sie habe ihn provoziert. Die Anklage fordert lebenslange Haft wegen Mordes. Die Verteidigung dagegen will sechs Jahre Haft wegen Totschlags. Nächsten Woche soll das Urteil fallen.

  • Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank eines Verhandlungssaals. Foto: Uli Deck/PoOL/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank eines Verhandlungssaals. Foto: Uli Deck/PoOL/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Prozess um den Mord an einer 39 Jahre alten Frau in Rümpel im Kreis Stormarn hat die Verteidigung sechs Jahre Haft gefordert. Das Opfer habe den Angeklagten durch abwertende Äußerungen schwer gekränkt, so dass die Tat als Totschlag und nicht als Mord zu werten sei, sagte die Verteidigerin am Donnerstag in ihrem Plädoyer vor dem Lübecker Landgericht. Der heute 40 Jahre alte Angeklagte hatte im Prozess gestanden, seine Ex-Freundin im Oktober 2017 im Streit erwürgt und ihre Leiche in einem einige Kilometer entfernten Waldstück versteckt zu haben.

«Ich schäme mich, durch mein langes Schweigen Angehörige und Freunde so lange im Ungewissen gelassen zu haben», sagte der 40-Jährige in seinem Schlusswort. Wegen der Corona-Pandemie musste der 40-Jährige mit einem Mund-Nasen-Schutz und einer Schutzbrille auf der Anklagebank sitzen. Er war erst im April 2019 festgenommen worden, nachdem ein Landwirt die Leiche seiner Ex-Freundin gefunden hatte. Am 21. April um 9.00 Uhr will das Gericht das Urteil verkünden.

Bei dem Streit am Abend des 25. Oktober 2017 war es nach Aussage des Angeklagten um den neuen Freund der Frau gegangen, die sich im Spätsommer 2017 von ihm getrennt hatte. Sie habe ihn hingehalten und ihm nicht die Wahrheit gesagt, das habe ihn wütend gemacht, hatte er im Prozess ausgesagt. Schließlich habe sie zu ihm gesagt, sie habe einen besseren Mann gefunden, der auch besser im Bett sei. «Da sind bei mir die Sicherungen durchgeknallt, ich habe meine Hände um ihren Hals gelegt und zugedrückt», hatte er damals ausgesagt.

«Eine solche sexuelle Herabwürdigung stellt eine schwere Kränkung dar, so dass hier ein minderschwerer Fall des Totschlags vorliegt», sagte Verteidigerin Astrid Denecke. Die Staatsanwaltschaft geht dagegen davon aus, dass der Angeklagte die Tötung seiner ehemaligen Lebensgefährtin geplant und den Ablageort der Leiche vorher ausgekundschaftet hat. Staatsanwalt Niels-Broder Greve hatte bereits vor rund einem Monat lebenslange Haft wegen Mordes für den Angeklagten gefordert.

Rechtsanwalt Alexander Kienzle als Vertreter der Nebenklage verzichtete am Donnerstag auf einen konkreten Antrag. Seinem Mandanten - dem Sohn der Getöteten - sei es in erster Linie darum gegangen, Klarheit über das Schicksal seiner Mutter zu erhalten. «Mein Mandant hat die lange Unsicherheit noch immer nicht verarbeitet und ist noch immer in psychotherapeutischer Behandlung», sagte Kienzle. Die 39-Jährige galt anderthalb Jahre lang als vermisst. Ihr Verschwinden war im September 2018 auch Thema in der ZDF-Sendereihe «Aktenzeichen XY ...ungelöst».

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