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Mit der «Wacken Metal Academy» zu Weltruhm für Metalszene

02.10.2020 - Headbangen steht nicht auf dem Lehrplan - dafür aber Musiktheorie. In Hamburg gibt es jetzt eine «Wacken Metal Academy». Die ersten Azubis haben schon begonnen. Für die Macher ist das nur der erste Schritt.

  • Schüler des ersten Jahrgangs der Wacken Metal Academy stehen bei der Eröffnung im Bunker in der Hamburger Feldstraße zusammen. Foto: Axel Heimken/dpa/Aktuell © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Schüler des ersten Jahrgangs der Wacken Metal Academy stehen bei der Eröffnung im Bunker in der Hamburger Feldstraße zusammen. Foto: Axel Heimken/dpa/Aktuell © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das erste Klassenfoto zur Einschulung an der neuen Schule der Hamburg Music School ist ganz anders als üblich: Statt in feinem Zwirn und mit zurückhaltendem Lächeln zeigen die neuen Schüler in schweren Stiefeln und dunklen Klamotten die in der Heavy-Metal-Szene übliche «Pommesgabel». Aber die jungen Leute sind auch keine normalen Auszubildenden. Sie sind der erste Jahrgang der neu gegründeten «Wacken Metal Academy» - eine Musikschule für Profimusiker. Und ihre Musikrichtungen sind eben Hardrock und Heavy-Metal. Und was mit ihrer Einschulung am Donnerstag seinen Anfang genommen hat, soll nun zu nicht weniger als einem Donnerschlag für die Metalszene weltweit führen, wie Hamburg Music School-Geschäftsführer Helge Zumdieck betont.

«Das ist ein historisches Ereignis für uns», sagt Zumdieck zu Beginn der Veranstaltung im Inneren des imposanten Hochbunkers am Hamburger Millerntor-Stadion. In den kommenden zwei Jahren sollen die Metal-Azubis zu waschechten Berufsmusikern ausgebildet werden. Headbanging, Pommesgabel und lautstarkes Grölen sucht man aber vergebens auf dem Lehrplan. Stattdessen sind Gehörbildung, Instrumentenlehre und Bandtraining an der Tagesordnung. Neben der Musiktheorie werden die Auszubildenden zudem auch in Selbstvermarktung unterrichtet.

Was musikalisch nun auf die 18 bis 26 Jahre alten Azubis in etwa zukommt, zeigen die Dozenten - angeführt von Geigerin Ally Storch (Subway to Sally) - direkt zum Start des Schuljahres mit einer lautstarken Kostprobe - Ohrenstöpsel für Anwesende inklusive.

Musiker aus aller Welt haben sich laut Hamburg Music School auf die begehrte - nach eigenen Angaben erste bundesweite - Metal-Ausbildung beworben. Sechs haben es am Ende geschafft. Einer von ihnen ist Leander Paul. Als eingefleischter Metal-Fan war die Bewerbung an der neuen Schule für ihn ein Muss. Für ihn habe allein schon das Wort «Wacken» eine unfassbare Anziehungskraft entfaltet, sagt der 20-Jährige.

Dass ein gemeinsamer Auftritt beim Wacken-Festival fest im Curriculum steht, darauf freut sich Paul am meisten. «Jeder träumt davon, einmal da aufzutreten.». Und damit der Auftritt auch gut klingt, wurde bei der Auswahl der sechs Azubis auch auf deren Instrumente geachtet. «Wir haben die Auszubildenden so ausgewählt, dass wir am Ende eine spielfähige Band haben», sagt Zumdieck. Unter den Azubis sind drei Frauen. Den Bass spielt Aylin Ejder. Sie ist früh mit verzerrten Gitarren und donnerndem Schlagzeug in Kontakt gekommen. «Ich bin mit ACDC aufgewachsen», sagt die 23-Jährige.

Zumdieck hat große Pläne für die Metal-Schule. Mit der «Wacken Metal Academy» soll Hamburg zu einem Mekka für Metal-Musiker weltweit werden. «Wir wollen ihnen das nötige Rüstzeug auf den Weg mitgeben, um sich international behaupten zu können». Zustande kam die Ausbildung durch eine Kooperation der Hamburg School of Music mit der FH Heide und der Wacken Foundation. Zumdieck sagt dazu: «Das war Liebe auf den ersten Blick!»

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