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Serebrennikow inszeniert aus Moskauer Hausarrest «Nabucco»

10.03.2019 - Hamburg (dpa/lno) - Die Neuinszenierung von Giuseppe Verdis «Nabucco» an der Staatsoper Hamburg wird mit besonderer Spannung erwartet. Für Regie, Bühnenbild und Kostüme zeichnet Kirill Serebrennikow verantwortlich, der seit August 2017 in Moskau unter Hausarrest steht. Während der gesamten Produktionszeit war er kein einziges Mal anwesend. Die Oper feiert am heutigen Sonntag Premiere.

  • Hana Alkourbah und Abed Harsony aus Syrien (l-r.) bei einer Fotoprobe zu «Nabucco» in der Staatsoper Hamburg. Foto: Christian Charisius © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Hana Alkourbah und Abed Harsony aus Syrien (l-r.) bei einer Fotoprobe zu «Nabucco» in der Staatsoper Hamburg. Foto: Christian Charisius © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Serebrennikow soll staatliche Fördergelder in Millionenhöhe veruntreut haben. Seit November 2018 läuft der Prozess gegen den Künstler, der das renommierte Gogol-Zentrum in Moskau leitet und in Deutschland sowohl als Theater- und Opernregisseur als auch durch seinen Film «Leto» bekannt ist. Beobachter sprechen davon, dass der Prozess ein Zeichen für die kritische Kulturszene in Russland sein könnte.

Da Serebrennikow kaum Kontakt zur Außenwelt haben und insbesondere das Internet nicht nutzen darf, läuft die Regiearbeit über aufgezeichnete Videobotschaften. Die Handlung der Oper verlegt Serebrennikow vom alttestamentarischen Jerusalem und Babylon in den UN-Sicherheitsrat. Es treten aus Syrien geflüchtete Musiker auf, unter anderem im Projektchor Nabucco. Die Titelrolle singt der Bariton Dmitri Platanias, die musikalische Leitung hat Paolo Carignani. Während der Vorstellungszeiten zeigt die Staatsoper Hamburg im Foyer die Ausstellung «Kirill Serebrennikow im Visier der Staatsmacht - Chronik der Ereignisse».

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