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Spirituosen-Manufaktur mischt Desinfektionsmittel

01.04.2020 - Die Corona-Krise trifft die Hamburger Spirituosen-Manufaktur «Gin Sul» wie viele andere Unternehmen hart. Chef Stephan Garbe will aus der Not eine Tugend machen - und produziert mit Hilfe eines Apothekers aus Hamburg-Wandsbek nun Desinfektionsmittel.

  • Ein Mitarbeiter in der Spirituosen-Manufaktur «Gin Sul» klebt Etiketten auf Plastikflaschen. Foto: Christian Charisius/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Mitarbeiter in der Spirituosen-Manufaktur «Gin Sul» klebt Etiketten auf Plastikflaschen. Foto: Christian Charisius/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Hamburger Spirituosen-Manufaktur «Gin Sul» hat mit Hilfe einer Apotheke aus Hamburg-Wandsbek ihren Betrieb vorübergehend auf die Produktion von Hände-Desinfektionsmittel umgestellt. Statt Spirituosen wird in der Destillerie in Zeiten der Corona-Krise Desinfektionsmittel gemischt und abgefüllt. «Das ist für uns eine Bürgerpflicht, jetzt einzuspringen. Wir wollen einen kleinen Teil dazu beitragen, die Versorgungslücke mit Desinfektionsmittel zu schließen», sagte Stephan Garbe, Geschäftsführer von «Gin Sul».

1000 Liter will Garbe gemeinsam mit Apotheker Holger Gnekow am Mittwoch in den Handel bringen. Der Apotheker besorgte Wasserstoffperoxid und Glycerol, das neben dem Ethanol für die Produktion von Desinfektionsmittel benötigt wird. Außerdem kontrollierte er den Mischvorgang und half beim Abfüllen mit. In seiner Apotheke in Wandsbek will Gnekow die knapp 3000 Fläschen an Praxen, Heime und Pflegedienste verkaufen. «Wir haben eine ganz starke Nachfrage nach Desinfektionsmittel, weil auf dem Markt die herkömmlichen nicht mehr verfügbar sind», sagte der Apotheker der Deutschen Presse-Agentur.

Die Pandemie trifft «Gin Sul» so wie andere Unternehmen hart. «Uns hat die Corona-Krise total kalt erwischt, uns ist das ganze Geschäft weggebrochen», sagte Garbe. Großabnehmer wie Restaurants und Bars hätten ihre Bestellungen ausgesetzt. Die Krise wolle man jetzt für etwas Gutes und Sinnvolles nutzen, dabei gehe es Garber und Gnekow weniger ums Geschäft.

Seit mehreren Wochen produzieren laut Gnekow sehr viele Apotheken in Deutschland ihr eigenes Desinfektionsmittel - in kleinen Laboren oder im großen Stil. Dass Apotheken dazu überhaupt berechtigt sind, regelt eine entsprechende Allgemeinverfügung des Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin von Anfang März. Die Rezeptur für das Desinfektionsmittel komme von der Weltgesundheitsorganisation.

Gnekow hofft, dass sich die Versorgungslage bald verbessere und große Firmen aus der Chemie und Pharmazie vermehrt auf die Produktion von Desinfektionsmittel umstellten. «Bis dahin sind phantasiereiche Lösungen und Apotheken gefragt - und dass man pragmatisch an die Sache rangeht», so Gnekow.

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