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Steigende Corona-Zahlen: Neumünster drohen Einschränkungen

21.09.2020 - Stark gestiegene Corona-Zahlen in Neumünster: Mit 31,5 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen auf 100 000 Einwohner liegt die Stadt in Schleswig-Holstein weit vorn. Oberbürgermeister Olaf Tauras droht mit erneuten Einschränkungen.

  • Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Schleswig-Holstein verzeichnet Neumünster als einzige Stadt wieder massiv gestiegene Corona-Zahlen, so dass dort erneut Einschränkungen des öffentlichen Lebens drohen. Die 7-Tage-Inzidenz für Neumünster lag demnach am Montag 0.00 Uhr bei 31,5 Fälle auf 100 000 Einwohner berechnet, wie aus Angaben des Robert Koch-Instituts hervorgeht.

«25 bestätigte Neuinfektionen gab es in der vergangenen Woche in der Stadt und wenn noch 15 Fälle hinzukommen sollten, würde Neumünster den 7-Tage-Inzidenz-Grenzwert von 50 Fällen auf 100 000 Einwohner überschreiten», sagte ein Sprecher der Stadt am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Neumünster hat etwa 79 500 Einwohner.

Über dem 50er-Grenzwert, ab dem verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen sind, liegen auf Kreisebene bundesweit derzeit zwei bayerische Städte und ein Landkreis in Niedersachsen: Würzburg (61,0) und München (52,3) sowie der Landkreis Cloppenburg (59,1). In Schleswig-Holstein sind dagegen die 7-Tage-Werte der drei anderen kreisfreien Städten gering: Kiel (2,4), Lübeck (3,7) und Flensburg (2,2).

In Neumünster wurden bis Sonntagmittag, 12.00 Uhr, insgesamt 155 Fälle einer Covid-19-Erkrankung mit Labornachweis bestätigt, davon sind aktuell 30 Personen erkrankt, wie die Stadt auf ihrer Internetseite mitteilte. Der Grenzwert, ab dem verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen sind, liegt bei 50 Neuinfektionen pro Woche - berechnet auf 100 000 Menschen.

In Schleswig-Holstein bewerten bereits bei einem 30er-Wert der betroffene Ort und das Gesundheitsministerium in Kiel die Situation gemeinsam. Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) habe sich zur aktuellen Lage mit Neumünsters Oberbürgermeister Olaf Tauras (CDU) ausgetauscht, teilte ein Ministeriumssprecher am Montag mit.

Auch die Fachebene des Ressorts stehe, wie in solchen Fällen vorgesehen, in engem Austausch mit der Fachebene der Stadt und des örtlichen Gesundheitsamts. «Dabei werden mögliche Maßnahmen besprochen und vorbereitet, um den erhöhten Infektionszahlen zu begegnen», erklärte der Sprecher.

Tauras appellierte an die Einwohner: «Ich mahne die Menschen zur Vernunft und zu einem achtsamen Umgang mit den Mitmenschen und sich selbst. Sollten die Fallzahlen weiter so stark steigen, werden wir gezwungen, das gesellschaftliche Leben in unserer Stadt Neumünster in Teilen wieder herunterzufahren.»

Die Leitende Amtsärztin Alexandra Barth ergänzte: «Angesichts des dramatischen Anstiegs der Infektionen befinden wir uns bereits in der zweiten Welle und es drohen Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Dies muss den Menschen endlich bewusst werden.» Zuvor hatten Medien berichtet.

Den Angaben zufolge stecken sich die Neumünsteraner mittlerweile vor Ort bei Veranstaltungen, am Arbeitsplatz, bei Familienfeiern sowie in der Öffentlichkeit an. Es seien nicht mehr nur Reiserückkehrer für die steigenden positiv getesteten Fälle verantwortlich. «Und auch die Landesunterkunft für Flüchtlinge in Neumünster spielt beim Anstieg der Zahlen keine signifikante Rolle», sagte ein Sprecher der Stadt am Montag. «Wir haben auch keinen Superspreader.»

«Die Neumünsteraner gehen absolut unvernünftig mit der bedrohlichen Situation um und tun durch enges Beieinandersein so, als wäre schon alles vorbei», sagte Barth. Selbst ein Negativtest sei nur eine Momentaufnahme. «Wer Kontakt zu einem Infizierten hatte und negativ getestet ist, muss dennoch 14 Tage in Quarantäne bleiben, da die Krankheit noch ausbrechen kann.»

In Schleswig-Holstein insgesamt ist die Corona-Entwicklung nicht dramatisch. Bei Tests auf das Coronavirus wurden landesweit 20 Neuinfektionen bestätigt. Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie im Norden erhöhte sich damit auf 4420, wie aus den am Sonntagabend von der Landesregierung im Internet veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Am Samstag waren 17 Neuinfektionen gezählt worden. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein gestorben sind, blieb bei 161.

In Krankenhäusern wurden am Sonntag wie auch schon am Vortag fünf Corona-Patienten behandelt. Von allen seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 4000 als genesen.

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