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Stones-Konzert: Amt will Vertragsveröffentlichung prüfen

08.03.2019 - Der Auftritt der Rolling Stones 2017 im Hamburger Stadtpark war ein Mega-Konzert für mehr als 82 000 Menschen. Wegen der Affäre um Freikarten bleibt jedoch ein bitterer Nachgeschmack. Die Staatsanwaltschaft ermittelt und Rufe nach Transparenz werden lauter.

  • Ron Wood, Mick Jagger, Charlie Watts und Keith Richards (l-r) beim Konzert am 09.09.2017 in Hamburg. Foto: Carsten Rehder/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ron Wood, Mick Jagger, Charlie Watts und Keith Richards (l-r) beim Konzert am 09.09.2017 in Hamburg. Foto: Carsten Rehder/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Kommt bald Licht ins Dunkel rund um die Freikarten-Affäre für das Konzert der Rolling Stones im Herbst 2017? Eineinhalb Jahre nach der Veranstaltung im Stadtpark will das Bezirksamt Nord nun prüfen, ob es Details aus dem Vertrag zwischen der Behörde und dem Konzertveranstalter veröffentlichen wird. Das Bezirksamt habe eine Kopie des Originalvertrages bei der Staatsanwaltschaft beantragt, sagte Sprecher Daniel Gritz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Wir werden den Vertrag gemäß Hamburgischem Transparenzgesetz behandeln und prüfen, ob und gegebenenfalls welche Teile wir vor dem Hintergrund des laufenden Ermittlungsverfahrens veröffentlichen können.»

Hintergrund der Geschichte: 2017 hatte der damalige Bezirksamtschef Harald Rösler (SPD) dem Konzert-Veranstalter zugesagt, dass im September die Rolling Stones vor 80 000 Menschen im Stadtpark auftreten und hier ihre Europa-Tournee starten dürfen. Im Zuge dessen waren später auch 100 Freikarten für Abgeordnete und Mitarbeiter des Amtes ausgehandelt worden. Das hatte Rösler so auch in einer Bezirksversammlung im Dezember 2017 zu Protokoll gegeben.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg prüft nun seit Monaten, ob dabei alles mit rechten Dingen zuging. In dem Zusammenhang wurden auch Büros des Bezirksamtes und des Konzertveranstalters durchsucht und dabei der Originalvertrag als mögliches Beweismittel beschlagnahmt.

Wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und der Vorteilnahme wird derzeit gegen mehr als 34 Mitarbeiter des Bezirksamtes Nord ermittelt - unter anderem, weil sie die Freikarten angenommen hatten. In fünf Fällen wurde bereits Anklage erhoben. So müssen sich die frühere Gesundheitsstaatsrätin Elke Badde (SPD) und Ex-Amtsleiter Rösler demnächst vor Gericht verantworten. Termine dafür stehen nach Angaben eines Sprechers des Amtsgerichtes allerdings noch nicht fest.

Medienberichten zufolge soll die Rechnung, die das Amt dem Veranstalter für die Nutzung der Grünflächen und Wege gestellt hat, zu niedrig gewesen sein. Weder Bezirksamt noch Veranstalter oder Staatsanwaltschaft wollten sich zu diesen Zahlen äußern. Die «Hamburger Morgenpost» und das «Hamburger Abendblatt» schreiben indes, dass der Gebührenordnung zufolge Einnahmen zwischen 500 0000 Euro und einer Million Euro möglich sein sollen. In den Park seien seitdem aber erst rund 110 000 Euro geflossen.

Der bezirkspolitische Sprecher der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Kurt Duwe, kritisierte die Vorgänge am Freitag scharf. «Wenn der ehemalige Bezirksamtsleiter Rösler tatsächlich 100 Karten an politische Freunde verteilte und der Konzertveranstalter gleichzeitig Sonderkonditionen erhielt, hat die SPD einen faustdicken Bestechungsskandal an den Hacken.» Es sei höchste Zeit, rückhaltlos aufzuklären. Dazu gehöre auch, dass das Bezirksamt den Vertrag mit dem Konzertbetreiber offenlege. «Auch Bürgermeister (Peter) Tschentscher, der zum damaligen Zeitpunkt als Finanzsenator verantwortlich war, darf sich hier nicht aus der Affäre ziehen.»

Die CDU-Fraktion des Bezirks will nun den Antrag stellen, dass Details rund um den Vertrag und zur Gebührenordnung transparent im nächsten Wirtschaftsausschuss der Bezirksversammlung besprochen werden sollen.

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