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Suizidrate in Hamburger Gefängnissen auf niedrigem Niveau

18.01.2020 - Der Staat hat eine Verantwortung für die Menschen, die er in Gefängnissen unterbringt. Eine große Gefahr ist die Selbsttötung. Deshalb ergreift Hamburg zahlreiche Maßnahmen zur Prävention.

  • Das vergitterte Fenster einer Einzelhaftzelle ist der Justizvollzugsanstalt (JVA) zu sehen. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das vergitterte Fenster einer Einzelhaftzelle ist der Justizvollzugsanstalt (JVA) zu sehen. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Hamburger Gefängnisse haben zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um Selbsttötungen zu verhindern. «Da bei Gefangenen, insbesondere solchen in Untersuchungshaft, grundsätzlich ein im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich hohes Suizidrisiko besteht, kommt der Suizidprävention hier eine besonders wichtige Bedeutung zu», sagte eine Sprecherin der Justizbehörde der Deutschen Presse-Agentur.

Bereits beim Aufnahmegespräch werde ein Screening gemacht: Hat der Gefangene Risikofaktoren für eine zukünftige Suizidalität? Will er sich akut schaden? Ist er süchtig oder hat er Angst vor Entzugserscheinungen? «Wird eine Frage im Screeningbogen mit «Ja» beantwortet, so werden immer besondere Sicherungsmaßnahmen, wie die unmittelbare Verlegung auf die Sicherungs- und Beobachtungsstation, angeordnet», erklärte die Sprecherin.

Ein zweiter Teil des Screeningbogens frage nach der subjektive Einschätzung des Inhaftierten sowie psychiatrische und psychologische Behandlungen. Bei Auffälligkeiten ziehe die Anstalt den medizinischen und psychologischen Dienst hinzu, die über Maßnahmen berieten. Ähnliche Screenings fänden auch bei anderen Gelegenheiten und im Verlauf der Haft statt. Zudem habe jedes Gefängnis einen Präventionsbeauftragten.

Im vergangenen Jahr hat sich in Hamburg ein Gefangener getötet. Zehn weitere haben dies 2019 versucht, wie die Hamburger Justizbehörde mitteilte. 2019 seien 5612 Menschen in Hamburger Gefängnissen untergebracht worden - also töteten sich statistisch knapp zwei Menschen pro 10 000 Gefangene. Damit bleibt die Rate der Selbsttötungen auf niedrigem Niveau.

Deutschlandweit liegt die Suizidrate laut einer Statistik des Europarats von 2017 deutlich höher: knapp zwölf Menschen pro 10 000 Gefangene. Unter den 47 Mitgliedsstaaten des Europarats hatten nur Österreich und Frankreich höhere Selbsttötungsraten als Deutschland.

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